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Hunde im Tierschutz – die 2. Seite der Medaille

snap131-2Das Internet quillt über vor lauter Meldungen, die gequälte Hunde zeigen, die nur darauf warten gerettet zu werden. Ob überfülltes Tierheim (auch – aber nicht nur – im Ausland), Tötungsstation oder von der Straße aufgelesen – sie alle müssen in Sicherheit gebracht werden! Die pure Lebensrettung ist schnell geschehen und einfach organisiert – und Pflegestellen oder Fixplätze gibt es ja auch genügend, so scheint es.
Doch so schnell erhält man noch keine TierretterInnen-Ehrenmedaille. Im Gegenteil, für die Hunde ist hier das Leid häufig noch längst nicht vorbei. Und für manche geht es nie vorüber, die landen (und enden) dann bestenfalls in heimischen Tierheimen, schlechtestenfalls … aber darüber wollen wir nicht nachdenken, schließlich ist der Hund doch gerettet!

 

Die Gründe, weshalb gar nicht so wenige vermeintliche Rettungen schiefgehen:

 

Die ersten beiden Punkte sind von Seiten der Vermittlungsorganisationen schlecht beeinflussbar. Selbstverständlich gibt es auch Hunde, die ein ganzes Paket an ungünstigen Voraussetzungen mitbringen, es aber doch irgendwie schaffen, sich anzupassen. Das ist aber etwas, das man nur dankbar annehmen kann. Es jedoch zu erwarten, ist unseriös – und ein Tierschutzproblem.

 

Viel wahrscheinlicher ist es, dass der gerettete Hund die eine oder andere Baustelle mitbringt. Zumindest sind etliche von ihnen bei meinen KollegInnen und mir im Training. Die Tücke ist, dass diese Baustelle nicht notgedrungen offensichtlich sein muss: Es können Monate vergehen, bis ein Hund nach dem ganzen Hin und Her angekommen ist – das ist dann spätestens der Zeitpunkt, wo mehr und mehr Probleme entstehen.

 

Und schon sind wir beim letzten – sehr problematischen – Punkt: Schlechte Beratung und damit schlechte Erfahrungen (für Hund und Mensch) zu diesem Zeitpunkt lassen einen Teufelskreis beginnen. So einige Tierschutzorganisationen kooperieren mit selbsternannten HundetrainerInnen, deren Methoden aus der Steinzeit zu sein scheinen (oder geben gar keine Hilfestellungen). Gewalt erzeugt Gegengewalt, die Abwärtsspirale beginnt. Wer zahlt immer drauf? Richtig, der Hund, der dann bestenfalls im heimischen Tierheim landet. Siehe oben.

 

Weshalb manche (viele?) Menschen (auch im Tierschutz) auf die „Hau-drauf“-Lösungen reinfallen, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht, weil belohnungsbasiertes, wirklich gewaltfreies und damit tierschutzkonformes Training kompliziert wirkt und nicht nur eine simple Maßnahme („hau drauf“, „reiß ordentlich an“) für ein komplexes Problem bietet. Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht!

 

Wirklich leid tun mir jedenfalls die Hunde – und deren Menschen. Letztere tun ja meistens ihr Bestes und setzen schlechte Ratschläge um. Auch entgegen ihrer ethischen Grundsätze, weil ihnen einE vermeintlicheR ExpertIn zu Leinenruck, Side-Kick, Alpha-Wurf und Co geraten hat.

 

Und nun komme ich zum Grund dieses Posts… einer wahren Begebenheit:

Vor einiger Zeit fuhr ich mit dem Auto am Stadtrand um eine Kurve und beobachtete ein junges Paar mit einer Hündin. Der stark hechelnden Hündin wurde mittels Leinenruck am Kettenhalsband der Boden unter den Vorderbeinen genommen.
Innerlich zog es mich zusammen, jedoch ist das eine Szene, die eine Trainerin in einer Großstadt eben zu sehen bekommt. Bei einer einmaligen Aktion im Beobachtungszeitraum sage ich normalerweise nichts.
Als ich vorbeigefahren war und wieder geradeaus fuhr, blickte ich in den Rückspiegel, um hoffentlich die Bestätigung der einmaligen Aktion zu erhalten. Jedoch weit gefehlt, ich sah einen stark gestressten Hund, der überhaupt nicht wusste, wie er der Strafe entgehen konnte, und somit wieder keinen Halt unter den Beinen hatte.
Ich hörte bereits meinen Puls, betätigte den Blinker, stoppte das Auto und stieg aus. Es folgte ein emotionales Gespräch, durchaus nicht unbedingt freundlich, mit der dringenden Bitte sich an eine/n wirklich gewaltfrei arbeitende/n Trainer/in zu wenden, muss ja nicht ich sein.
Anhand der Reaktion ahnte ich schon, dass die Beiden selbst nicht gerade glücklich darüber waren, was sie tun mussten. Aber es wurde ihnen eben von einem selbsternannten Hundecoach als notwendig erklärt – gerade bei einem Tierschutzhund, der Aggressionsverhalten zeigt.
In der Hoffnung, dass es für den Hund (und die Menschen) doch noch zu einer positiven Lösung kommen würde, stieg ich wieder ins Auto und fuhr mit zitternden Knien weiter.
Etwa ein halbes Jahr später ging ich mit meinen Hunden in der Gegend spazieren – und wen sah ich da? Die Hündin und ihre Besitzerin von damals Leckerli-fütternd mit rosarotem Sicherheitsgeschirr!!!

Meine Freude war groß, wenigstens eine Hündin war tatsächlich gerettet! 

Doch damit war die Erfolgsgeschichte noch nicht vorüber. Ich stehe inzwischen mit der Besitzerin in gutem Kontakt, wir haben uns „ausgesprochen“. Und sie war so lieb und hat mich darin unterstützt, ihre Geschichte zu erzählen – in der Hoffnung, dass einigen die Augen geöffnet werden.

 

Hier die Geschichte aus der Sicht der BesitzerInnen:

 

Vorgeschichte: 

Kettenhündin aus der Slowakei, kam ins Auffanglager, mit ca 2,5 Jahren nach Österreich zu einer Großpflegestelle. Sie verstand sich mit den dortigen Hunden nicht, weshalb sie die Pflegestelle öfter wechseln musste. Schließlich kam sie zur Tierpension eines selbsternannten Hundeexperten. Ich habe natürlich wie fast jeder Cesar Millan im Fernsehen gesehen und habe nie verstanden wie es noch Problemhunde geben kann wenn die Lösung so einfach ist. Den Hund auf den ich aufgepasst habe, habe ich aber trotzdem mit Leckerlis von anderen Hunden abgelenkt. Das Kettenhalsband auf Vermittlungsfotos der Hündin fand ich grauenvoll. 

 

Kennenlernen: (Hündin war 4 Jahre alt)

 

Wir fuhren zum selbsternannten Experten. Er brachte die Hündin aus dem Zwinger. Als sie weglaufen wollte bekam sie sofort einen heftigen Leinenruck mit dem Kettenhalsband auf Zug. Ich war sprachlos aber dachte tatsächlich das müsse so sein! Beim Gespräch mit dem „Trainer“ versicherte ich ihm, dass ich mit Hündin fertig werden würde. Ich würde viel Sport mit ihr machen und sie dann mit Leckerlis von Hunden weglotsen. Er lächelte nur. Auf die Frage warum sie so ein furchtbares Halsband trage meinte er nur, dass sie sonst weglaufen würde. 

 

Dann „durften“ wir bei einer seiner Trainingsstunden zusehen. Der Moment des Leinenrucks war total kurz. Für uns sah es tatsächlich so aus als würde er nur mit der Kette rascheln. Die Hunde waren sofort brav und folgten aufs Wort. Wir wussten damals nicht, dass sie einfach total eingeschüchtert waren. Wir hatten keine Ahnung von der Hundesprache. (Ich legte auch meinem Pflegehund eine Kette um und der war allein davon so eingeschüchtert, dass er permanent bei Fuß ging.)

 

Wir gingen mit der Hündin spazieren, sie zog sehr an der Leine. Der angebliche Trainer sah uns zu und gab uns „netterweise“ Gratisunterricht. Er meinte „So führt man einen Hund!“ und versetzte ihr einen wahnsinnig heftigen Leinenruck. Ich drehte mich um damit er meine Tränen nicht sehen konnte. Er erklärte uns, dass es für den Hund besser wäre einmal einen kräftigen Ruck zu bekommen als ständigem Druck auf dem Hals ausgesetzt zu sein wenn er an der Leine zieht. So peinlich es mir heute ist: es klang logisch und wir glaubten ihm. Seine Frau zeigte mir wie man einen Hund dazu bringt sich hinzusetzen: sie nahm die Leine in die Hand und zog so lange nach oben bis die Beine der Hündin einsackten. Ich machte es ihr nach. Als die Hündin saß war ich stolz es geschafft zu haben die Bestie zu bändigen.

 

Zuhause angekommen:

 

Wir dachten die Hündin müsse gleich beim ersten Spaziergang die ganze Umgebung kennenlernen und machten eine große Runde. Von Leinenführigkeit wie damals beim angeblichen Experten war keine Rede. Sie hechelte wie verrückt, war starkem Stress ausgesetzt. Wir ruckten an der Leine aber das veränderte nichts. Also ruckten wir fester. Dann kamst du und hast uns erklärt, dass sie leidet. In diesem Moment war alles einfach viel zu viel! Am liebsten hätte ich den Hund sofort wieder hergegeben. Dann kam die erste Hundebegegnung und die Hündin wollte den anderen Hund einfach nur killen! Würgereiz hin oder her! Da war klar: was der „Hundeexperte“ gesagt hat war reiner Schwachsinn. Er meinte zwar, dass man bei Kettenhunden fester durchgreifen müsse, weil sie am Hals schon hart wären aber damit hat’s einfach gereicht. Ich habe daheim das Kettenhalsband um meinen Hals gelegt und mir lief es kalt den Rücken runter. Ich ging am nächsten Tag mit der Hündin einkaufen und kaufte ihr ein Geschirr. Der erste Versuch mit positivem Training war gleich sehr erfolgreich: ich hatte einen Hamster und belohnte den Jagdhund für ruhiges Verhalten neben dem Hamsterkäfig. Problem in wenigen Minuten gelöst!!! Das Hundeproblem war aber noch lange nicht gelöst. Ich versuchte die Hündin mit Leckerlis abzulenken – hatte damit aber nur mäßig Erfolg. Dann sah ich eine Frau wie sie ihren Hund an uns vorbeiclickerte und fragte sie (über das Geschrei der Hündin drüber) ob das funktioniere. Sie meinte es funktioniere super, man brauche dafür nur einen Trainer damit man‘s von Anfang an richtig mache. (Anmerkung: Das war eine meiner Kundinnen)

Wenn ich diese Zeilen lese, wird mir jetzt noch ganz anders. So vielen Hunden wird Furchtbares angetan – auch im Namen des Tierschutzes. 
Doch müssen auch die hilfesuchenden Menschen durch eine „harte Zeit“. Die kurze Schilderung der Besitzerin zeigt, wie sehr sie mit sich selbst im Konflikt war – berechtigterweise!

Ich erlebe es häufig als Hundetrainerin, dass Menschen tatsächlich erleichtert sind, den Hund nicht maßregeln zu müssen, sondern dass sie ihm auf gewaltfreie und tierschutzkonforme Weise viel besser zeigen können, wie er sich verhalten soll.
Alleine schon die Erklärung, dass der Hund nicht die Weltherrschaft an sich reißen möchte, sondern aus vielerlei Gründen nicht anders kann, öffnet Emathie und somit die Tür zu einer vertrauensvollen Beziehung.

Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass Vermittlungsorganisationen mit seriösen HundetrainerInnen, die belohnungsbasiert, gewaltfrei und tierschutzkonform arbeiten, kooperieren.
Hundevermittlungen sollten idealerweise von Vorneherein begleitet werden (zumindest sollte es diesbezüglich Empfehlungen seitens der Vermittlungsorganisation geben). Oft genügen wenige Trainingseinheiten, um Hund und Mensch zu helfen.
Vermittlungsbegleitung spart Geld, Nerven und bedeutet echten aktiven Tierschutz. Vorbeugen ist besser als Heilen!

Trainieren statt dominieren!

Marlo und die Tierklinik

Anfang dieser Woche war es soweit: Marlo, der Rotti aus Ungarn, wurde zu einer Tierklinik gebracht, um ihm Blut abzunehmen, seinen Bewegungsapparat durchzuchecken und ihn zu kastrieren. 

 


Alles hat wie am Schnürchen geklappt, von der kompetenten Unterstützung der Pflegerin, bis hin zu einen sich sehr sehr lieben und braven Marlo, im Auto und auch beim Spritze geben. Tierarzt-Training sei dank…

Der Beitrag „Rottweiler Marlo – ungewisse Zukunft“ hat sich zum Glück inzwischen grundlegend verändert. Marlo entwickelt sich prächtig, er erscheint oft wie ein Welpe/Junghund, der die Umwelt entdeckt.

Die Ergebnisse:

Kastration ohne Zwischenfälle. 
Blutbild: alles OK.
Röntgen: Hüfte OK, Ellenbogen, Schultergelenk leichte Arthrose… und Spondylosen im Brust- sowie auch Lendenwirbelbereich.


Jetzt schauen wir mal, was wir da unterstützend für ihn tun können. 
Denn eines ist nahezu sicher: das Attribut „gefährlich aggressiv“ hat er auch deshalb bekommen, weil er einfach Schmerzen hatte, die wahrscheinlich durch einen harten Umgang verschlimmert wurden: ein Leinenruck während eines Schmerzschubes „tut weh zur Potenz“!

Aber jetzt wird es aber wirklich Zeit:

Dieser tolle Hund soll bald sein richtiges Zuhause kennenlernen:
InteressentInnen, nur her mit euch! 🙂 u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher „praktisch nichts“ kennengelernt hat.

Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe.
Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und Unterbringung und vor allem akut die Tierklinik kosten Geld.

Daher sind UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien
AT16 5300 0032 5502 1086
HYPNATWW
Kennwort Marlo

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN!

„Aber der hat keine Angst“ – das notwendige Erstgespräch

Oft ist der Grund für HundebesitzerInnen, mich zu kontaktieren, (beginnendes Angst-) Aggressionsverhalten. Manche sind überrascht, unter Umständen nicht gleich mit dem Training beginnen zu können oder gar, dass ich ihnen den Hund nicht ‚abrichte‘, sondern vorerst ’nur‘ einen Termin für ein Erstgespräch bekommen. Dabei wird hier oft die Grundlage für Erfolg oder Misserfolg gelegt, denn es gilt, so einige veraltete Mythen (Dominanz und Rangordnung) aufzuklären.

 

Im Fall von Angstaggression erkläre ich unter anderem Folgendes:
  • Sozialisation: Hund bekommt Angst (und Stress) in – aus menschlicher Sicht – Normalsituationen, weil er zu wenig oder negativen ‚Input‘ in dieser wichtigen Lebenssphase bekommen hat
  • Lernerfahrungen: Funktion von Aggressionsverhalten (‚Bleib weg‘, ‚Geh weg‘, ‚Lass mich in Ruhe‘) wird erreicht, Deeskalation davor/in der Vergangenheit erfolglos
 
Hier gibt es bereits einige Posts von mir über Aggressionsverhalten nachzulesen:
 
Manchmal passiert es, dass ich beim Erklären der Eskalationsstufen von Aggressionsverhalten unterbrochen werde:
„Mein Hund hat keine Angst, ist nicht unsicher. Er ist dominant, hat ja auch den Schwanz aufgestellt.“
Tja, das kann so aussehen, wenn der Hund schon Übung darin hat, sich durch Aggressionsverhalten Erleichterung zu verschaffen:
Er ist sicher in dem, was er tut. Sein Verhalten bringt schließlich den erwünschten Erfolg: Der ‚Mann mit Hut‘ beispielsweise, der vom Hund im Vorbeigehen bellend und kurrend angesprungen wird, entfernt sich schleunigst.
 
Die Verstärkung dieses Verhaltens beruht also eben nicht darauf, dass der Hund sich einen Vorteil ‚erhofft‘ – er möchte weder alle Menschen dominieren, noch die Person am anderen Ende der Leine ‚in der Rangordnung in Frage stellen‘.
Er will sich schlicht und einfach nicht mehr so unwohl fühlen oder fürchten müssen. Und da vorangegangene Versuche der Deeskalation seitens des Hundes nicht funktioniert haben, muss er notgedrungen seine Strategie ändern – und erklimmt die Stufen nach oben.Der Hund macht die – wahrlich einprägende – Erfahrung, sich durch Aggressionsverhalten zuverlässig ‚retten‘ zu können, was weiterführend bewirkt, dass körpersprachliche Anzeichen von Angst tendenziell mehr und mehr verschwinden: Der Hund weiß ja, dass Aggression funktioniert – mit jeder einzelnen Erfahrung wird er sicherer.
Und das in Riesenschritten: Etwas Unangenehmes oder Bedrohliches vermeiden oder vertreiben zu können, ist evolutionsbiologisch äußerst wichtig – unter Umständen überlebenswichtig.
 
Auf diesem Foto sieht man sieht deutlich die Unsicherheit in der Körpersprache eines Hundes im Tierheim. Hier beweist ihm eine Praktikantin, dass es keinen Grund zur Sorge gibt, sie bringt ihm gute Leckerlis und überfordert ihn nicht. Er lernt, dass Menschen am Gitter eigentlich nett sind. Würde ihn die Person vor dem Gitter anstarren, also aus seiner Sicht bedrohen, wäre er vermutlich bellend und knurrend an die Tür gesprungen. Geht die Person dann, lernt der Hund, wie er sich Menschen ‚vom Hals halten‘ kann.Es ist wichtig, dass HundebesitzerInnen wirklich verstehen, weshalb ein Hund sich unerwünscht verhält. Dies zu erklären braucht Zeit, die aber notwendig ist: Jemand, der insgeheim denkt, der Hund sei dominant, wird ein gewaltfreies, auf positiver Verstärkung aufbauendes Training im ungünstigsten Fall abbrechen und zu ‚logischeren‘ (und einfacheren, aber gefährlichen und tierschutzrelevanten) TV-Methoden wechseln.
Dabei sollte das Motto doch lauten: Trainieren statt dominieren! Gut erklärt, ist halb trainiert… 🙂

Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln: Ein (Tier)Schutzproblem!

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… kurz bevor ich die handycam gezückt habe, war die ubahn getreten voll.
der hund war schon beim einsteigen extrem gestresst und hat die ganze zeit ängstlich und hektisch die ihn umringenden beine angesehen – schließlich könnte ja jederzeit jemand auf ihn drauf steigen (was sicher auch schon des öfteren passiert ist). der schwanz war die ganze zeit total eingeklemmt zwischen den hinterbeinen am bauch anliegend… (das konnte ich leider nicht filmen, eben weil es so dicht gedrängt war…)
die besitzerin bekommt davon kaum etwas mit, sie achtet überhaupt nicht auf ihren hund, passt auch nicht darauf auf, dass sich ihr eigener hund sicher fühlt.

eher im gegenteil, sie zieht den bereits völlig überforderten hund (wenigstens) am brustgeschirr zwischen den menschlichen beinen herum.
als einige menschen ausgestiegen sind und ich mit filmen begonnen habe, konnte der hund wenigstens ein bisschen durchatmen, die besitzerin steht allerdings noch immer mit dem rücken zu ihm, im zweifelsfall kann sie nicht mal sagen „passen sie auf, dass sie auf meinen hund nicht draufsteigen“.
furchtbare situation aus sicht des hundes.

eine noch ärgere situation hab ich mal beobachtet, aber leider nicht gefilmt. ein pekingese sitzt bei den füßen seiner besitzerin in der ubahn. immer wenn er sich bewegt oder aufsteht, „tritt sie ihn wieder zurecht“.
den ängstlichen blick des kleinhundes zu den füßen seines menschen werd ich nicht mehr vergessen. als sie dann ausgestiegen sind, war der kleine nur damit beschäftigt, allen beinen und sich bewegenden füßen möglichst auszuweichen. ein unterfangen, das ihm nicht gut gelingen kann – schließlich wird er an der leine herumgezerrt, oft genug direkt vor die füße eines menschen.

arg, was hunde alles ertragen (müssen) und noch ärger, dass nicht mehr schnapp- und beißvorfälle passieren.
wenn ich mir vorstelle, ein hund in der situation zu sein, ich würde wahrscheinlich prophyllaktisch jedem/jeder ins wadl zwicken. auf meinen menschen kann ich mich ja nicht verlassen, im gegenteil, die bringen mich ja sogar in diese misere oder verschlimmern sie durch eigene tritte sogar noch.

das fahren von öffentlichen verkehrsmitteln kann aber selbstverständlich auch anders aussehen…

trockentraining der „parkposition“. zwischen den beinen verliert der hund auch bei plötzlichen stopps nicht das gleichgewicht und er ist abgeschirmt vor „auf pfote steigen“ und co.

eißkorbtraining muss natürlich sein – und zwar vor dem ersten öffi-fahren. hedy ist ausgestattet und bereit.

hedys erste ubahnfahrt haben wir zu einer zeit gemacht, in der wenig los war. hedys menschen stehen dennoch abschirmend und sicherheit gebend zwischen ihr und den anderen.

hedys erste ubahnfahrt… ganz weiß sie noch nicht, was das eigentlich soll… aber wir fahren gleich mal zu einem netten gebiet zum spazierengehen, dann machts wieder sinn. 🙂


in der „parkposition“ fühlt hedy sich sicher und schaut auch mal, was und wer sonst noch so mitfährt.

 

zwischendurch gibts immer kekse, damit das alles in guter erinnerung bleibt.

weil genügend platz ist (nachdem ein paar menschen ausgestiegen sind), kann hedy auch „frei“ sitzen… und wird für diese geniale idee gelobt und bekommt einen keks.

ubahnfahren… ein klacks… denkt sich hedy und marschiert gehobenen schwanzes aus der ubahn. 🙂