Schlagwort-Archiv: gewaltfreies Hundetraining

Erster Besuch bei Marlo seit dem Umzug

Heute war es endlich soweit: Der erste Besuch bei Marlo seit dem Umzug.

Marlo präsentiert sich vorbildlich, seine Erwartungshaltung bei Öffnen der Zwingertür ist absolut positiv.Wir haben heute ein kleines „Warm-Up“ gemacht. Dh, ob die Basics, bei denen wir im Herbst 2014 in Ungarn aufgehört hatten, möglich und „abrufbar“ sind.

Und ja, das waren sie. 🙂

 

Marlo fand es ziemlich gut, dass ich zu ihm in den Zwinger kam. Auch mit den  Anwesenden außerhalb und mit der Filmerin wurde“geliebäugelt“.

Zuerst habe ich mal geschaut, wie Marlo auf die Moxon-Leine reagiert – die kann ich im Zweifelsfall vergleichsweise schnell entfernen.
Aber alles kein Thema.

Dann ging’s also gleich ans Brustgeschirr anziehen.

Und weil wir grad dabei waren: die Verbeugung hat Marlo so nebenbei auch gelern
Hat wunderbar geklappt.

Marlo ist sichtlich sehr erfreut. 🙂 Und kann die nächste Übung kaum erwarten.

Ein bisschen Mundschutz -(also Beißkorb-)Training.

Kurz mal angeleint im Innen- (und ohne Foto auch im Außen-)Bereich des Zwingers herumgehen.

Was Spannendes und was zum Spielen gab’s auch, Marlo findet den Kong voll top. 🙂

Marlo mag seinen „neuen“ Namen inzwischen sehr gerne: wenn er seinen Namen hört, dreht er sich interessiert und mit einem Lächeln um. 🙂

Für diejenigen, die Marlos Geschichte noch nicht kennen, hier ist der Artikel, in dem ich die wichtigsten Eckdaten zusammengefasst habe.Genauso wie die Tierpension in Ungarn kostet die Unterbringung hier in Österreich natürlich auch Geld.
Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn 
HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien 
AT16 5300 0032 5502 1086 
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Kennwort Marlo

Zwischenziel erreicht: Marlo ist umgezogen!

Heute war es endlich soweit: Die Überstellung von Marlo aus der ungarischen Tierpension in eine sehr gute Unterbringung in Österreich ist geglückt.

Marlo in seiner Transportbox vor der Abfahrt. Er wohnt ab jetzt in einem konfortablen und vor allem großen Zwinger mit Innen- und Außenbereich und wird bestmöglich versorgt.

Davor lebte er auf 6m² ohne echten Innenbereich, im letzten jahr verließ er seinen Zwinger nur 4 Mal.

Wie es dazu kam?
In einem Artikel habe ich Marlos Geschichte inkl. Bildern und Videos zusammengefasst.

Danke für den Einsatz aller Beteiligten, der Marlo das Leben gerettet hat: ehemals abgestempelt als gefährlich und aggressiv, zeigt er sich durch Umgang und Training basierend auf positiver Verstärkung sehr freundlich und lernwillig.

Auch fremde Personen bringen Marlo
im neuen Zuhause nicht aus der Ruhe.


Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.
Strafbasiertes Training durch Bedrohen, Zischen, Rucken, Treten, Gegenstände nach ihm werfen oder Schlimmeres sind eben keine gute Grundlage für ein freundliches Annähern oder gar eine harmonische Beziehung.


Marlo bei einem seiner 4 Freigänge
in Ungarn innerhalb eines Jahres

Ein wichtiges Zwischenziel ist erreicht! Langfristig sind wir auf der Suche nach einem Lebensplatz für Marlo. InteressentInnen mit Hundeerfahrung können und sollen sich gerne melden, zB via Email an u.aigner@gmail.com. Voraussetzung: Haus mit Garten, alles weitere dann persönlich.

Genauso wie die Tierpension in Ungarn kostet die Unterbringung hier in Österreich natürlich auch Geld.
Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

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Hier auf dem Blog werde ich regelmäßig Neuigkeiten, Ereignisse und Fortschritte veröffentlichen. Ich bin sehr erleichtert, dass diese Hürde überwunden ist. 🙂 

Marlo bittet um Hilfe – bald kommt er nach Österreich!

 

Marlo am 10.1.2015 in seinem Zwinger in Ungarn

Marlos Tod war schon fast besiegelt – nur durch die Initiative von engagierten Tierschützerinnen, genauer gesagt TierRECHTlerinnen, wurde er bisher verschont. Ein schönes Leben hatte er trotz der Verschonung ganz und gar nicht. Hier sind seine Geschichte und die bisherigen Trainingserfolge nachzulesen.

Zum großen Glück habe ich eine äußerst geeignete Unterbringung in Österreich gefunden, die Marlo aufnimmt – DANKE DAFÜR! Als Gegenleistung helfe ich bei den dort untergebrachten Hunden im Training.

Dennoch muss das alles finanziert werden: Transport von Marlo nach Österreich, Tierarztkosten, Marlos Unterbringung, KM-Geld, Zeitaufwand, etc… Denn ich werde so oft wie möglich zu ihm fahren um mit ihm zu arbeiten.

Daher bitte ich um finanzielle Unterstützung:

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Danke im Namen von Marlo und allen Helferleins! 

Rottweiler Marlo – ungewisse Zukunft

 Der Rüde Marlo (ehemals Macho) hatte bisher Pech in seinem Leben. Seit fast einem Jahr lebt er in einem kleine Zwinger in einer Tierpension in Ungarn, nahezu ohne Umweltreize bzw. Auslauf. Seine Geschichte ist hier nachzulesen: Erster Spaziergang mit dem Rotti aus Ungarn und Training „aggressiver“ Rottweiler – Hilferuf aus Ungarn

Seit wenigen Monaten arbeite ich mit Marlo alle 2-3 Wochen. Trotz der langen Zeit und der mehr als suboptimalen Betreuung machte Marlo tolle Fortschritte:

Er lässt sich bereits ein Brustgeschirr anziehen:

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Marlo lernt andere Menschen positiv kennen:

[evideo id=“qK6wvhew2D0″ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

Gemeinsam mit mir war Marlo insgesamt vier Mal für ein paar Minuten im Freien:
[evideo id=“cK–4-cq8bo“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

Beim ersten Kurzspaziergang war Marlo nicht/kaum in der Lage, Futter zu nehmen, weil er dermaßen reizüberflutet ist.

Sein Horizont erweitert sich schließlich um mehrere Dimensionen, wenn er mit mir draußen ist. Im Zwinger sieht er nur geradeaus einen Holzzaun in 3-4 Meter Entfernung. Beim vierten Mal war Marlo bereits ansprechbarer und aufnahmefähiger, was natürlich prinzipiell gut ist – ABER: Reaktionen auf die umgebende Umwelt werden immer wahrscheinlicher. 

 

Hier wären wir auch schon bei den Problemen angekommen: Das Gelände der Tierpension ist äußerst ungünstig organisiert:
Es gibt keine eingezäunten Ausläufe, nur das Gelände insgesamt ist eingezäunt: Ein riesiger Schutzhundetrainingsplatz und zwei Gebäude, aus denen auch noch Hunde heraus bellen, benachbarte Hühner, die Hofkatze, ein angrenzender Stadl, vor dem Gänse gestopft werden.Last but not least: Das Zurückbringen in den Zwinger ist ein Spießrutenlauf an 
bellenden Hunden vorbei bzw. auf sie zu. Auch wenn die Zwinger in dieser Zeit mit einem Sichtschutz versehen werden, ist dies eine brenzlige Situation.

Zurück in den Zwinger müssen wir an bellenden Hunden vorbei bzw. auf bellende Hunde zu.
Furchtbare Umweltvoraussetzungen und auch für mich/uns eine psychische „Herausforderung“ (Gänse stopfen, teilweise 2 Elektroschockgeräte an einem Hund, Schutzhundler-Einstellung in Umgang und Training, Verhalten Frauen gegenüber „verbesserungswürdig“…) 

All diese Einflüsse können einen Hund wie Marlo (Deprivationssyndrom) zu Verhaltensweisen bringen, die gefährlich werden können.
Ganz abgesehen von den Gefahren wie Losreißen oder umadressierte Aggression, ist ein Hund, der alle 2-3 Wochen eine grüne Wiese unter den Pfoten spürt, in den kurzen Momenten kaum denkfähig, viel wahrscheinlicher sind reflexive Verhaltensreaktionen bzw. Bewältigungsstrategien wie Freeze/Faint (erstarren, in sich gekehrt sein), Fiddle about/Flirt (Übersprungshandlungen, sich anbiedern), Flight (Flüchten) oder Fight (Kämpfen).

Erstarrt vor den vielen Eindrücken war/ist Marlo bereits. Unter diesen Umständen sind die weiteren Strategien vorprogrammiert, es wäre fahrlässig (längst nicht nur für mich!), an dieser Stelle weiterzumachen. 

Marlo und ich vertrauensvoll im Zwinger.

 
Das wohl Wichtigste, was ich in den letzten Jahren gelernt habe (durch Umgang und Training von „gefährlichen“ Hunden), ist, auf mein Bauchgefühl zu hören. Das Unterbewusstsein bemerkt Unstimmigkeiten / Unsicherheiten / Gefahren viel schneller, als das Bewusstsein denken kann.
Ich hatte vor allem vor dem letzten Besuch, bei dem Marlo zwei Mal Wiese unter seinen Pfoten spüren durfte, ein schlechtes Gefühl. Übrigens ganz im Gegensatz zu der Zeit gemeinsam mit Marlo im Zwinger: Bei der Situation im Zwinger bin nur ich eine positive Neuerung, die er dankbar annimmt und Vertrauen fasst. Im Freien ist alles neu und überwältigt / überfordert ihn völlig.

Leider zeigen sich die Betreiber der Tierpension nicht kooperationsbereit: Sie wollen keinen Auslauf einzäunen, das ist aus ihrer Sicht für einen Hund nicht notwendig (Hunde müssen am Schutzhundeplatz funktionieren, ansonsten sind sie in Zwingern oder Boxen eingesperrt und warten auf den nächsten Einsatz im Beiß“sport“).

 


Marlo völlig überwältigt und erstarrt im Freien
Ohne, dass Marlo sich regelmäßig selbstständig in einem Auslauf bewegen kann, ist ein weiterführendes Training nicht möglich. Wir sind hier an den Grenzen des Trainierbaren angekommen. Wenn wir jedoch nicht weiter trainieren, steht Marlos Todesurteil fest, ohne ihm eine echte Chance gegeben zu haben. Daher hier ein Hilferuf, wir benötigen dringend Unterstützung:

 

Entweder

  • die Möglichkeit einer Unterbringung, in der ein gesicherter Auslauf möglich ist, idealerweise im Umkreis von etwa 100km von Wien.

 

Und/oder

  • finanzielle Unterstützung, da auch die aktuelle Versorgung von Marlo bezahlt werden muss (derzeit hängt die finanzielle Verantwortung mehr oder minder an nur einer Person) und die weitere Versorgung unter besseren Bedingungen sowieso.
Wer kann Marlo helfen?

 
Finanzielle Unterstützung an:
Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn 
HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien 
AT16 5300 0032 5502 1086 
HYPNATWW 
Kennwort Marlo

Es gibt bestimmt auch noch andere Möglichkeiten der Unterstützung, an die ich/wir noch nicht gedacht haben.
Bitte kontaktiert mich unter u.aigner(at)gmail.com bei weiteren Vorschlägen.

Es gibt viele Hunde, denen ein ähnliches Schicksal wie Marlo bevorsteht. Wenn wir Marlo helfen können, stellt das einen positiven Gegenpart zur Euthanasiepraxis bzw. harten und gewalttätigen Trainingsmethoden dar – ein kleiner Baustein, der vielleicht hilft, in den Köpfen der Menschen etwas zum Guten zu bewegen. Ohne direkter und individueller Hilfe gerät die Gesamtproblematik in den Hintergrund, die getöteten und misshandelten Hunde sind nichtmal mehr Nummern.

Für Marlo ist es noch nicht zu spät!

 

Erster Spaziergang mit dem Rotti aus Ungarn

Einige Zeit ist vergangen, seitdem ich zum ersten Mal bei Macho, dem Rotti, war.Hier ist seine Geschichte nachzulesen:

Training „aggressiver Rottweiler“ – Hilferuf aus Ungarn

Fotoalbum 4. Besuch

Fotoalbum 5. Besuch

[Für weitere Infos bzgl. Training von gefährlichen Hunden:Aggression und Red Zone-HundeAggression? – Weshalb Unterordnung/Gehorsam der falsche Weg ist„Aber der hat keine Angst!“ – das notwendige Erstgespräch]Da der Name „nicht unbedingt“ passend ist, wurden mittels einer Umfrage auf meiner Facebook-Seite Canis sapiens – gewaltfreies Hundetraining nach geeigneteren Namen gesucht und diese dann an die verantwortlichen Personen zur Abstimmung weitergeleitet.

Hiermit darf ich das Ergebnis in Form eines Doppelnamens präsentieren:“Marlo-Pikachu„. Diverse Spitznamen werden folgen. 🙂 Marlo macht riesige Fortschritte, beim letzten Besuch (der 6. insgesamt Fotoalbum 6. Besuch) konnte er zum ersten Mal seit 10 Monaten (!!!) seinen Zwinger verlassen. Nicht mal ums Eck schauen konnte er monatelang!

 

 

 

 

Zuerst wagte er es fast nicht aus der Zwingertür und bewegte sich wie auf Nadeln. Er war völlig überwältigt und sehr schnell mit den Reizen überfordert. Hier ein kurzes Video vom ersten Spaziergang:

[evideo id=“-RML9EjTKTs“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

 

Gewaltfreies Training, basierend auf positiver Verstärkung anstatt Verunsichern, Unterwerfen oder Korrekturen/Maßregelungen, ist zwar unspektakulär und erscheint im ersten Moment als mäßig zielführend, dafür sind die Fortschritte mittelfristig unschlagbar und nachhaltig!Wir sind auf der Suche nach einem Fixplatz für Marlo. Da er so wenig kennengelernt hat, ist ein Haus (am Land) mit Garten Voraussetzung, keine (Klein-)Kinder. Ein Kennenlernen wäre ab sofort möglich, Marlo braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.Verantwortungsvolle InteressentInnen melden sich bitte unter u.aigner@gmail.com. Er wird es mit ewiger Treue danken!

Training „aggressiver Rottweiler“ – Hilferuf aus Ungarn

Vor ein paar Wochen erreichte mich ein Anruf einer Tierschützerin. Sie hilft gemeinsam mit einer Tierschutzorganisation, Hunde aus Ungarn zu vermitteln bzw. vor der Tötungsstation zu retten.

Macho in seinem kleinen „Zuhause“ 
in der Tierpension.

„Seit einigen Monaten haben wir einen Rottweiler-Rüden in einer Tierpension untergebracht und niemand traut sich in den Zwinger. Sie wurden mir für die Resozialisation empfohlen.“, hörte ich die Dame am Telefon sagen. 

Nach einem langen Telefonat, bei dem ich meine Einstellung und Grundlagen im Umgang und Training erklärte, war klar: Alle 2 Wochen besuchen wir den „Problemhund“ und ich werde mit ihm arbeiten – häufiger geht sich beruflich nicht aus. Aber weniger ist ohnehin mehr – mal schauen, wie weit wir kommen werden.

Vorgeschichte des unkastrierten Rüden:
Macho – was für ein „genialer“ Name – lebte bei einem Mann, der spätestens ab Machos Pubertät mit ihm überfordert war. Macho musste bestimmt auch unangenehme Erfahrungen mit Menschen machen – als Konsequenz lernte er, dass Aggressionsverhalten funktioniert –> Menschen lassen ihn dann in Ruhe.
So kam es dazu, dass Macho nur noch in einem Zwinger eingesperrt war, der Besitzer kaum Zeit hatte, ein „Teufelskreis“…
Weil er so wenig Zeit für Macho hatte, entschied sich der Besitzer, ihm einen zweiten Rottweiler-Rüden „zum Spielen“ dazu zu kaufen. Tja, was soll mensch da sagen??? „Gut gemeint“ hilft halt auch nix. Denn anstatt zu spielen haben die beiden Hunde eher gekämpft. Was dazu geführt hat, dass beide nebeneinander eingesperrt in einem kleinen Zwinger ihr Dasein fristeten. Da der Besitzer immer mehr Angst vor Macho bekam, wurde entschieden, ihn abzugeben – zum Glück für Macho nicht in die Tötung, sondern in die Obhut der Tierschützer.

Macho lebt zwar unter sehr ungünstigen Umständen, aber er hat in seinem kleinen Zwinger eine Rückzugsmöglichkeit: Eine Hütte, deren Öffnung auf die Seite zeigt. Das bedeutet, dass Macho sich auch unangenehmen Blicken und Situationen entziehen kann – das gibt ihm sehr viel Sicherheit und vor allem Kontrolle. Ich bin mir sicher, diese Möglichkeit, auch weggehen zu können und nicht attackieren zu müssen, ist der Grund dafür, dass sich Macho gar nicht so aggressiv präsentiert.

Leckerli-Füttern und 
Clicker-Konditionieren.

Im Rahmen des ersten Besuchs konnte ich ihn bereits durch das Zwingergitter füttern (er nahm die Leckerlis unerwartet sanft!) und ihn auch in seine Hütte (auf ungarisch) schicken. Das hat er nämlich nach einiger Zeit gelernt, teilte mir der 
Tierpensionsleiter mit.
Letzterer hat seit 40 Jahren Hundeerfahrung (Schutzhunde“sport“) und O-Ton: „Ich hatte noch nie mit einem derart aggressiven Hund zu tun.“.
Anmerkung von mir: Er hatte noch nie mit Hunden zu tun, die sich nicht jede unfaire Bestrafung und brutale Behandlung gefallen lassen, sondern sich wehren.
Aber alles hat auch seinen Sinn: Der Tierpensionsleiter ist inzwischen auch schon dazu übergegangen, beruhigend auf Macho einzureden, während er ihm Leckerlis durch das Gitter steckt. 🙂

Auch beim zweiten Besuch hat Macho richtig toll mitgemacht.
Folgendes haben wir erfolgreich bewältigt:

Macho bestimmt selbst, 
wie weit wir gehen beim Training „Tür öffnen“.
  • Clicker ankonditionieren
  • Handtarget mit Nase folgen
  • Click für Blick zu mir
  • Tür öffnen, Macho in sein Haus schicken – Click & Belohnung
  • Tür öffnen – Click & Belohnung
  • Halsband und Leine zeigen – Click & Belohnung
  • Einfach „da sein“ und ihm zeigen, dass Nichts passiert, was er nicht will und wovor er Angst hat. 

Macho denkt: „Die ist offenbar keine 
Gefahr, da kann ich mich auch hinlegen.“

Letzteres ist besonders wichtig. Macho hat eindeutig große Angst davor, in eine bedrängende Situation zu kommen – seine Augen und seine Körpersprache zeigen 
das ganz deutlich. Hat er keine Möglichkeit auszuweichen und erkennt mensch seine Angst nicht, ist es klar, dass Macho in einen massiven Konflikt gebracht wird.

Bei mir braucht Macho jedoch keine Angst zu haben. Ich gehe nur soweit, wie es für ihn ok ist. 

Die Arbeit mit und um Macho wird von mir weiter dokumentiert und hier auf meinem Blog veröffentlicht. Demnächst kommt sicher schon das eine oder andere tolle Video von dem lieben Rotti-Buben!

Vielleicht findet sich ja jemand, der/die sich in Macho verliebt und bereit ist, ein bisschen mehr Arbeit „reinzustecken“… Macho wird es jedem/jeder danken!

Ich kann ihn leider nicht zu mir nehmen, mein Hundekontingent ist voll! 

InteressentInnen können sich bei mir gerne melden: info@canis-sapiens.at

Glücksmomente statt Suchtverhalten – Labradoodle Milo lernt Kooperation

Es gibt Hunde, so wie auch Menschen, die dazu neigen, in „Etwas“ hineinzukippen.

Selbstständig kommen sie selten wieder heraus bzw. auf eine andere Idee – der (erste) Schritt in Richtung Suchtverhalten wird gelegt. Eine bewusste Entscheidung GEGEN das suchtauslösende Verhalten ist schwierig, wenn nicht unmöglich – ohne professionelle Hilfe jedenfalls.
Dies kann soweit führen, dass der Hund auf grundlegende Bedürfnisse vergisst, wie Trinken beispielsweise (im Sommer hochgefährlich – Hitzschlag!).

Dieses „Etwas“ kann zB. das Wort mit 4 Buchstaben sein (B-A-L-L). Warum flippen manche Hunde völlig aus, beim Anblick dieses runden Dings?
Hetzen ist für Hunde (Abkömmlinge der Beutegreifer Wölfe) selbstbelohnend, dh. es werden so viele Glückshormone (Dopamin) ausgeschüttet, dass dies auch OHNE Jagderfolg ausreicht, um das Verhalten aufrecht zu erhalten. Und das ist auch gut so, denn wenn dem nicht so wäre, also nach einigen erfolglosen Hetzversuchen diese Strategie aufgegeben wird, gäbe es wohl unsere besten FreundInnen (die Hunde) nicht. Die natürliche Selektion „wählt“ also Individuen aus, denen Hetzen einfach Spaß macht. 

Ich sag erklärend immer zu meinen KundInnen „Es läuft im Hundekopf gerade ein Film ab, hilf ihm mal umzuschalten…“.
Und diese Hilfe kann je nach Situation anders aussehen.

Im Fall von dem Labradoodle-Rüden Milo geht es nicht um Ballsucht, sondern er ist 

verrückt nach Wasser. Für einen Labradoodle nicht ganz ungewöhnlich.
Wenn dann zusätzlich noch gaaanz viel aufregende Dinge IM Wasser passieren, wie Spielzeug-Spielen, Menschen springen ins Wasser, Wasservögel machen sich durch Schwimmmanöver interessant, etc, dann ist der Weg zur Einbahnstraße im Kopf von Milo „Ich will zum Waaaasser, Waaaaasser, Waaaaaasser, WAAAAAAAAASSER!“ gelegt und Frauerl rennt hinterher, kommt im wahrsten Sinne nicht mehr nach. Bei Milos Größe auch nicht ganz ungefährlich.

Milo und seine Familie haben das Problem aber rechtzeitig erkannt und zeigen dem jungen Rüden mit meiner Hilfe, dass es auch Sinn macht, zu kooperieren und ruhiger zu werden –> dann wird’s auch wieder was mit dem Wasserspiel.

Bei seiner 2. Trainingseinheit kommt Milo bereits auf Signal aus dem Wasser, setzt sich hin und wird für diese Kooperation mit einem Spielzeugwurf ins Wasser belohnt:

[evideo id=“L9XCA0M4-OY“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

Zusätzlich zum direkten Wassertraining ist es auch wichtig, am Wasser, also auf der Wiese daneben, ein paar nette Spielchen zu machen – damit die Zeit außerhalb des Wassers auch Sinn macht – in Milos Augen.
Hier lernt Milo ein von mir ausgelegtes Leckerli zu suchen (4. Übung diesbezüglich in seinem Leben!), nachdem er sein Frauerl angeschaut hat: 

[evideo id=“CDNiexIybGU“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

Helft euren Hunden dabei, den internen Film auch mal umzuschalten. Actionfilme sind zwar spannend, aber auf Dauer und ausschließlich zu aufregend. Hin und wieder mal eine Schnulze oder eine Doku helfen, das innere Gleichgewicht zwischen Aufregung und Entspannung aufrecht zu erhalten.

Und immer daran denken, im Training: 
Auch für Menschen ist es schwer, von einer Sucht loszukommen, auch wenn diese nicht körperlich abhängig macht: Spielsucht, Internetsucht, etc… Obwohl wir Menschen wissen, weshalb und dass wir etwas ändern sollten, fallen wir immer wieder in alte Verhaltensmuster. Weil’s einfach so angenehm ist!

Dies gilt im Übrigen auch für „simple“ Gewohnheiten:
In der Fahrschule mussten wir alle uns mächtig konzentrieren, um das richtige Pedal in der richtigen Intensität UND im richtigen Moment zu betätigen (und dabei noch richtig lenken, schalten, etc.). Mit zunehmender Übung werden die einzelnen Verhaltensweisen sinnvoll aneinanderkettet, das Verhalten „Autofahren“ automatisiert sich. Wenn jemand aber Gas- und Bremspedal vertauscht, haben wir wieder einiges im Kopf zu tun, um keinen Fehler zu machen. Und es wird uns kaum gelingen, lange Zeit fehlerfrei zu fahren, weil dies höchste Konzentration erfordert – bis das Verhalten „Autofahren“ fertig umgelernt ist und wieder ins Unterbewusstsein wandert.
Hunden geht es bei Gewohnheiten nicht anders. Verhaltensweisen abzulegen oder umzulernen, die bereits (fast) ohne nachzudenken ablaufen, erfordert höchste Konzentration, Fehler (alte Verhaltensweisen) sind sehr wahrscheinlich – vor allem wenn dem Hund Stress oder Druck gemacht wird.
Der wichtigste Unterschied zwischen Mensch und Hund beim (Um-) Lernen von Verhaltensweisen:
Der Mensch weiß – meistens – wieso und welches Ziel verfolgt wird. Der Hund weiß vom sinnvollen Endziel – meistens – wohl nicht Bescheid.

Also geduldig sein und vor allem: trainieren statt dominieren!

Social Walk in the City – Soziale Kompetenz gemeinsam lernen

In der Stadt passiert es sehr schnell, dass Hunde verängstigt werden – der Verkehr ist laut, das Ubahnfahren unbekannt, der Beißkorb unangenehm, andere Hunde schießen um die Ecke, oder einfach viele fremde Menschen auf wenig Raum. Unangenehmerweise kann sich aus einem Schreckerlebnis binnen kurzer Zeit ein allgemeines Problem entwickeln – Angst generalisiert besonders schnell – ein Teufelskreis, aus dem der Hund ohne Hilfe nicht herauskommt.

Aus dem zuvor Hundeverträglichen Hund wird ein richtiger Leinenpöbler oder plötzlich klappt das Busfahren nicht mehr spannungsfrei, Begegnungen mit RadfahrerInnen werden zum Spießrutenlauf, etc. ‚Social Walk in the City‘ kann hier helfen: Hund und Mensch bekommen Anleitung und Hilfestellungen bei Engpässen, wenn ein Ausweichen nicht mehr möglich ist.

In Kleinstgruppen (2-3 Mensch-Hund-Teams) lernen die Hunde Fähigkeiten wie z.B. das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Begegnung mit (fremden) Hunden auf engem Raum, entspannte Kaffeehausbesuch oder was sonst noch für die jeweiligen TeilnehmerInnen sinnvoll ist.


Auch eine Stadtrunde macht Spaß


Viel Lachen beim Kaffeehausbesuch


Öffi-Fahren in Sicherheitsposition inkl. Beißkorb – ist gar nich so schlimm!


Engstelle, fremder Hund kommt? Kein Problem

 

Gemeinsames Warten auf die UBahn. Von- und miteinander lernen!

Ort: U4/U6 Längenfeldgasse – U4 Meidling Hauptstraße – U4 Schönbrunn.
Zeit: später Nachmittag – abends unter der Woche oder vormittags am Wochenende

Weitere Informationen und Anmeldungen bitte per Mail an info@canis-sapiens.at oder telefonisch unter 0664 5043654.

Hunde vermenschlichen – ein Problem?

Dieser Artikel wurde unter folgenden Titel auf http://www.huffingtonpost.de/ursula-aigner/hunde-vermenschlichen-erziehung_b_5205808.html veröffentlicht:

Mäntel, Spielzeug, Gourmetfutter: Wie weit dürfen wir Hunde zu Menschen erziehen?

„Rangordnung vs. Verweichlichung“ – „Natur des Hundes vs. böse Vermenschlichung“- das sind wohl DIE gegensätzlichen Glaubenssätze in der Hundewelt.

Liegt die Wahrheit in der Mitte? Im Durchschnitt – „Von allem ein bisschen“, „Jede Seite hat Recht“?
Wie in vielen anderen Bereichen auch gibt es bei solchen Rechnungen keine Verbesserung: Wenn die Hälfte der Menschen ein Kilogramm Brot täglich zur Verfügung hat, die andere Hälfte jedoch nichts, bedeutet das eben NICHT, dass alle ein halbes Kilogramm tatsächlich essen können.
Ich kann hier lediglich auf ein paar ausgewählte Bereiche eingehen, um zu zeigen, dass nur ein Ansatz im Umgang mit dem Lebewesen Hund gesellschaftlich adäquat, moralisch und ethisch vertretbar und wissenschaftlich fundiert ist.

 

1. Der Hund als Ersatz für (zwischen-)menschliche Lücken?
Hunde sind hochsoziale, (mit-)fühlende, intelligente und bindungsfähige Lebewesen, die sich im Laufe der Domestikation an ein Leben mit Menschen angepasst haben und sie sind kognitiv vergleichbar mit menschlichen Kleinkindern. Daher ist eine sehr enge Beziehung und Bindung zwischen Mensch und Hund etwas Wünschenswertes.
Eines sollten wir jedoch nicht vergessen: Hunde sind trotz allem Hunde und keine kleinen Menschen in Hundegestalt. Daher ist es IMMER – unabhängig von der Hunderasse – notwendig, sich mit Hundeverhalten und hundlichen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Schließlich sollte die Gemeinschaft Mensch-Hund eine Win-win-Situation sein. Wenn diese Win-win-Situation für den Menschen den Vorteil bringt, eine/n FreundIn zu haben, die eine tiefe Verbundenheit mit sich bringt UND der Hund dabei glücklich ist – wunderbar!
Wenn diese Win-win-Situation für den Menschen den Vorteil bringt, ihr/sein Bedürfnis zu befriedigen, sich um jemanden zu kümmern UND der Hund dabei glücklich ist – wunderbar!
Wenn diese Win-win-Situation für den Menschen den Vorteil bringt, eine/n verlässliche/n PartnerIn für Freizeitaktivitäten zu haben UND der Hund dabei glücklich ist – wunderbar!
Abzulehnen ist selbstverständlich die Anschaffung eines Hundes, der als Mode-Accessoire missbraucht und wie eine Tasche behandelt wird. Auch menschliche Individuen, deren Finanzen ein teures Auto nicht erlauben, die sich aber dafür einen „scharfen“ Hund halten – und ihn dementsprechend hart behandeln -, um ihr Mini-Ego aufzubessern, sind zu verurteilen.

Daher:
Vermenschlichung im Sinne der Hunde: JA.
Hundehaltung, die aus einer Modeströmung erwächst oder die kleine Egos aufbessern soll: NEIN.

 

2. Manche Hunde tragen Mäntel – absolut unnatürliche Vermenschlichung?
Hunde haben durch künstliche (also vom Menschen verursachte) Zuchtauswahl sehr divergierende Erscheinungsbilder. Zudem leben sie in beheizten Räumen, was verhindert, dass sich ein entsprechendes Winterfell bildet. Vor allem manche kurzhaarige Rassen haben in der kalten Jahreszeit also nichts zu lachen. Dasselbe gilt für ältere Tiere, die ihre Energien nicht für Wärmeproduktion verschwenden sollten, im Sinne eines weiteren langen Lebens. Es hat daher grundsätzlich gar nichts mit „böser Vermenschlichung“ zu tun, wenn ein Hund einen Mantel trägt.
Ausgenommen sind natürlich Mode-Accessoires, deren Funktion erst erfunden werden muss, oder Kleidungsstücke, die den Hund in seinem natürlichen Verhalten behindern und/oder ihm unvorbereitet aufgezwungen werden. Also: zuerst informieren (was unter anderem bis zum Ende lesen und verstehen bedeutet) und dann urteilen!

 

3. Natürliche Hundeernährung?
Der Hund stammt vom Wolf ab. Der Wolf frisst Beutetiere samt deren Mageninhalt. Daher tendieren Hunde, wie auch Wölfe, schon mal eher in Richtung Allesesser (Omnivore) – viel mehr als unsere Hauskatzen, die die Innereien eher liegen lassen.
Hunde sind jedoch keine Wölfe mehr. Sie haben sich im Zuge der Domestikation (Haustierwerdung) mit großer Wahrscheinlichkeit unter anderem freiwillig der menschlichen Gesellschaft angeschlossen und die Vorteile davon genossen: Die Nahrungsreste der Menschen waren gute, nahrhafte und einfache „Beute“. Und Überraschung: Die Nahrungsreste bestanden nicht unbedingt aus Fleisch.
Daher: Die Versorgung mit notwendigen Nährstoffen ist sowohl mittels rein pflanzlicher Quellen als auch „herkömmlich“ möglich. Die Gesundheit unserer Hunde hängt nicht davon ab, ob die Inhaltsstoffe tierlicher oder pflanzlicher Herkunft sind, sie müssen den Bedürfnissen der Hunde angepasst sein. Wenn also über Ernährung von Hunden diskutiert wird, dann bitte auf einem höheren Niveau und nicht über „Glaubenskriege“.
Dasselbe gilt im Übrigen auch für Fertigfutter vs. Frischfütterung/Kochen für den Hund: Es gibt hochwertiges Fertigfutter, das selbstverständlich einer einseitigen Frischfütterung überlegen ist, genauso wie minderwertige Produkte, in denen Abfälle der menschlichen Nahrungsmittelproduktion verarbeitet und teuer verkauft werden.

 

4. Korrigieren, dominieren, Rangordnung klarstellen, bestrafen statt belohnen?
Manche Ewiggestrige sehen den Hund ausschließlich als Rudeltier, das sich einem Führer natürlich unterordnet, wenn sich dieser nur entsprechend dominant behauptet. „Dominant behaupten“ heißt hier meistens, den Hund mit Zischlauten, Leinenrucks, Alpha-Würfen von unerwünschtem, aber durchaus natürlichem Verhalten abzuhalten. „Korrektur“ wird das dann beschönigend genannt.
Selbst wenn diese Korrektur auch nur irgendwie tierschutzgerecht wäre oder effektiv erscheint, lernt ein Hund dadurch nicht, was er eigentlich tun soll oder könnte. Allein die Tatsache, dass derartige Korrekturen immer und immer wieder notwendig sind (und häufig immer heftiger ausfallen, sobald die „mildere“ Korrektur ihre Wirkung verfehlt), oder zumindest die Androhung dieser – ein warnender Blick z.B. -, sollte doch schon Hinweis genug sein, dass diese Methode nicht nachhaltig ist.
Das Resultat eines solchen „Trainings“ ist lediglich ein Hund, der aufgehört hat, sich zu wehren und unter Umständen sogar in einen depressiven bis lethargischen Zustand verfällt. „Gut abgerichtet“, würden manche „KollegInnen“ sagen. Viele TrainerkollegInnen, WissenschafterInnen und ich sagen dazu „erlernte Hilflosigkeit“. Dabei verschwindet das – im wahrsten Sinne des Wortes – bekämpfte Fehlverhalten, doch der Hund wird ein Ventil für seine aufgestauten Gefühle suchen müssen: Stressbedingte Erkrankungen, andere Verhaltensauffälligkeiten wie Stereotypien, etc.
In diversen TV-Shows wird ein Hund, der nach einem langen Kampf mit dem selbsternannten Hundetrainer regungslos am Boden liegt, als „entspannt“ bezeichnet. Der Hund ist jedoch in Wirklichkeit alles andere als das: „Vor Angst nach Luft ringend und völlig erschöpft“ wäre noch immer eine beschönigende Formulierung dieser Tierquälerei.
Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft, wie eine derartige Empathielosigkeit seitens aller beteiligten Menschen (auch der leichtgläubigen ZuseherInnen!) zustande kommen kann: Die Augen derart behandelter Hunde sind vor Angst weit aufgerissen, die Atmung ist schnell und flach und nicht ruhig, wie es ein tatsächlich entspannter Hund zeigen würde.

 

5. Verhundlichen des Menschen als Lösung?
„Hunde untereinander sind auch nicht zimperlich.“, „Hunde bestrafen sich gegenseitig auch.“ – Das oder Ähnliches hört man immer wieder als Legitimation für mehr oder minder harte Bestrafungen oder Korrekturen.
Erstens gehen Hunde Konfrontationen primär aus dem Weg und zweitens sind wir MENSCHEN, keine Hunde. Des Weiteren habe ich auch noch keinen Hund erlebt, der einem anderen Hund Leinenführigkeit beibringen wollte. In diesem Sinne für die unverbesserlichen BesserwisserInnen: Viel Spaß bei der Ano-Genital-Kontrolle und beim Revier markieren! Wenn schon, denn schon!
Es muss doch unser Ziel sein, unseren Hunden zu helfen, erwünschtes und gesellschaftlich sicheres Verhalten zu zeigen – ob der vielen Unnatürlichkeiten im Leben unserer Hunde AUCH mit Leckerli-Belohnung! Allein schon die Geräuschkulisse in unserem Großstadtleben hat sich sehr schnell sehr stark verändert, verglichen mit den Umweltreizen zu Zeiten der Domestikation. Das ist von einer Natürlichkeit aus „Hundesicht“ weit entfernt.

 

6. Positive Verstärkung – Degradierung zum Futterautomat?
Selbstverständlich nicht. Der gezielte Einsatz von Futter- oder anderen Belohnungen ermöglicht dem Hund in kleinen positiven Lernschritten, sich im Dickicht der menslichen Regeln zurechtzufinden.
Stellen wir uns einmal vor (als EuropäerInnen), plötzlich in Peking alleine auf der Straße zu stehen. Wir kennen weder die Schriftzeichen, noch verstehen wir ein gesprochenes Wort. Ich denke, wir wären sehr dankbar, wenn sich jemand uns annehmen würde, der in kleinen, verständlichen Schritten erklärt, was wichtig ist, damit wir uns verständigen können.
Jemand, der uns bei jedem falschen Wort – und es kann nur falsch sein! – bestraft, wird uns bestimmt zur Verzweiflung bringen. Selbst wenn die Strafe nur ein Korrekturwort (nämlich „falsch“) wäre, also nichts Bedrohliches oder Schmerzhaftes, wird uns das Gefühl der Frustration früher oder später äußerst lernunwillig machen.
Manche sagen auch „stur“ dazu … Klingelt’s? Sie kennen bestimmt viele Hunde, die total „stur“ einfach nicht das tun, was sie tun sollen. Schon mal darüber nachgedacht, dass sie vielleicht noch gar nicht wissen, was sie überhaupt tun sollen? Oder dass es andere Gründe außer „Sturheit“ geben kann, weshalb ein Hund nicht sofort unsere Gedanken lesen kann?

 

7. Muss man dann immer mit Leckerlis belohnen? 
Nein, aber man kann, da fällt mir auch kein Zacken aus der Krone. Warum auch nicht, wenn mein Hund daran eine Freude hat, habe auch ich eine Freude damit (meine Hunde sind im Übrigen schlank und pumperlgesund). Aber es gibt auch genügend andere Möglichkeiten, einen Hund zu belohnen oder ihn glücklich zu machen.
Merkwürdig erscheint mir überhaupt, dass die Frage recht häufig ist: „Wann kann man aufhören mit den Belohnungen?“ Wieso sollte ich aufhören, meinem Hund Anerkennung, Zufriedenheit und Glück zu bescheren? Neben der Tatsache, dass es für unsere harmonische Beziehung förderlich ist?
Interessanterweise stellt kaum jemand die Frage: „Wann kann ich mit bestrafen/korrigieren aufhören?“… Weshalb? Weil die Begründung ja so „logisch“ ist: Der Hund möchte halt noch immer die WeltHERRschaft an sich reißen. Welch veraltetes Halb-Wissen (abseits der Macho-Allüren übertragen auf unschuldige Hunde; allein deshalb schon abzulehnen!).
Die Theorie der starren Rangordnung, bei der der „Dominante“ immer aufpassen muss, dass er nicht vom „Subdominanten“ überfallen und gestürzt wird, stützt sich auf Konfrontationen, die bei Wölfen in Gefangenschaft beobachtet wurden. Was sagt uns das über Hunde? Gar nichts, da Hunde längst keine Wölfe mehr sind. Und selbst die Schlussfolgerung Wölfen gegenüber ist inkorrekt, denn eine natürliche Wolfsfamilie hat mit einem willkürlich zusammengewürfelten Haufen an Wolfindividuen auf zu engem Raum nichts zu tun.

Fazit: Alles, was Hunde gerne tun/mögen, kann als Belohnung angeboten werden: Schnüffeln, Spuren suchen, spielen, laufen, Aufmerksamkeit, … und natürlich auch Essbares.
Daher individuell auf die Bedürfnisse und Vorlieben des jeweiligen Hundes eingehen statt vermeintliche Pauschallösungen aufzwingen!
Vermenschlichung bedeutet für mich, Hunde und deren Gefühlswelt ernst zu nehmen. Denn wir Menschen sind verantwortlich dafür, ob es unseren Hunden gut oder schlecht geht. Hunde haben keine Wahl und lieben zumeist ihre Menschen – bedingungslos. Diese bedingungslose Liebe verpflichtet uns als vernunftbegabte und empathiefähige Menschen, dafür zu sorgen, dass es unseren Hunden gut geht und sie glücklich sind!

Training – Dressur – Abrichten

 Tyke, 20 Jahre lang gequälte Zirkuselefantenfrau, musste sterben. Sie wurde gewaltsam trainiert. Sie funktionierte lange Zeit. Bis zu dem Tag, an dem sie sich zur Wehr setzte – endlich. Das war zwar ihr Todesurteil, aber für sie nach einem qualvollen Leben eine Erleichterung. 

Video: Tykes letzter Kampf

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Sowas Training zu nennen, was vielen Tieren angetan wird, bringt mich zum nachdenken. Ich hab inzwischen manchmal Probleme damit, meine Arbeit als „Training“ zu bezeichnen, wenn diese gewaltsame Dressur eines sein soll. Oder wenn – einige – Menschen es damit assoziieren. 

Das, was Elefantin Tyke mitmachen musste, erleben viele Hunde tagtäglich. Schockiert? Es ist leider so. „Abrichten“ wird das genannt von älteren Semestern – „Training“ von jüngeren. Abscheulich, verachtenswert, widerlich.

Hunde müssen funktionieren. Das ist das Ziel des „Trainings“. Ein harmonisches Miteinander, Freundschaft, Vertrauen spielen keine Rolle: Hauptsache, der Hund „spurt“, ist unauffällig wie eine Handtasche oder ein Koffer, den man als Mensch nachzieht – ein Accessoire oder eine gebändigte Kampfmaschine zum Angeben.

Und alle staunen:

„BOAH, ist er gut abgerichtet.“

JAAAA. Bis er zurückschlägt. Denn im Rahmen meiner Arbeit habe ich mit vielen Hunden zu tun, die sich irgendwann zur Wehr setzen.

http://canissapiens-hundetraining.blogspot.co.at/2012/05/aggression-weshalb-unterordnunggehorsam.html

Meine Hunde zeigen mir, wie es ihnen geht. Und ich stelle mich darauf ein. Sie müssen nicht immer alles können, sie sind keine Maschinen oder Automaten mit Signalen anstatt von Knöpfen.
Und schon gar nicht werden sie gewaltsam – weder physisch noch psychisch – zu etwas gezwungen.
Für unser gemeinsames Wohlbefinden, Vertrauen zueinander und für Sicherheit im Leben.