Archiv der Kategorie: Trainieren statt dominieren

Marlo und die Tierklinik

Anfang dieser Woche war es soweit: Marlo, der Rotti aus Ungarn, wurde zu einer Tierklinik gebracht, um ihm Blut abzunehmen, seinen Bewegungsapparat durchzuchecken und ihn zu kastrieren. 

 


Alles hat wie am Schnürchen geklappt, von der kompetenten Unterstützung der Pflegerin, bis hin zu einen sich sehr sehr lieben und braven Marlo, im Auto und auch beim Spritze geben. Tierarzt-Training sei dank…

Der Beitrag „Rottweiler Marlo – ungewisse Zukunft“ hat sich zum Glück inzwischen grundlegend verändert. Marlo entwickelt sich prächtig, er erscheint oft wie ein Welpe/Junghund, der die Umwelt entdeckt.

Die Ergebnisse:

Kastration ohne Zwischenfälle. 
Blutbild: alles OK.
Röntgen: Hüfte OK, Ellenbogen, Schultergelenk leichte Arthrose… und Spondylosen im Brust- sowie auch Lendenwirbelbereich.


Jetzt schauen wir mal, was wir da unterstützend für ihn tun können. 
Denn eines ist nahezu sicher: das Attribut „gefährlich aggressiv“ hat er auch deshalb bekommen, weil er einfach Schmerzen hatte, die wahrscheinlich durch einen harten Umgang verschlimmert wurden: ein Leinenruck während eines Schmerzschubes „tut weh zur Potenz“!

Aber jetzt wird es aber wirklich Zeit:

Dieser tolle Hund soll bald sein richtiges Zuhause kennenlernen:
InteressentInnen, nur her mit euch! 🙂 u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher „praktisch nichts“ kennengelernt hat.

Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe.
Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und Unterbringung und vor allem akut die Tierklinik kosten Geld.

Daher sind UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien
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DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN!

Hilfe für Marlo in fremder Umgebung: Decke als Target

Demnächst wird Marlo veterinärmedzinisch untersucht. Zwar unter Narkose, aber er wird eine fremde Ordination betreten, bevor er die Anästhesie bekommt.

Was für andere Hunde – zwar unangenehm, aber – bekannt ist, stellt für Marlo eine Herausforderung dar (selbstverständlich sollte jeder Hund grundlegendes Tierarzttraining genießen). Denn Marlo lebte in seinem kurzen Leben bisher nahezu ausschließlich in kleinen Zwingern, teilweise auf 4m², ohne direkten Kontakt zu Menschen. Er galt als aggressiv, im Schutzhundesport erfahrene Trainer wagten nicht, mit ihm zu arbeiten. Als er zum ersten Mal wieder ins Freie durfte, musste er buchstäblich gehen lernen – fast er robbte am Bauch – weil er mit dem Untergrund und allen Umwelteinflüssen überfordert war. Hier ist seine Geschichte ausführlich nachzulesen.

Daher üben wir ganz grundlegende Abläufe:

  • In Ordination sein
  • Person nähert sich an
  • Person nähert sich an und berührt
  • Person nähert sich an und berührt mit Einmalspritze
  • Ordination betreten, während Person neben Türrahmen steht und ihn am Schenkel berührt – so soll Marlo seine Injektion bekommen

Damit Marlo sich in der fremden Ordination besser orientieren kann und ein bekanntes Ziel, also Target, vor Augen hat, trainieren wir, dass „Auf die Decke gehen“ etwas Tolles ist. So hat Marlo eine schon eine Idee davon, wohin er sich orientieren bzw. wie er sich verhalten kann.

So nebenbei lernt Marlo auch, sich nicht durch Türen durchzudrängen bzw. durchzustürmen, sondern sitzend auf ein Signal des Menschen zu warten.

Als nächstes üben wir das mal angeleint. Ob Marlo auf der Decke sitzt oder steht, spielt eine untergeordnete Rolle. Ich habe ihn aber bewusst auch im Stehen bestätigt, damit es sich vom Verhalten „Mitgehen und hinsetzen, wenn Mensch stehen bleibt“ abhebt. Wichtig ist, dass er gerne auf die Decke geht.

In der Ordination ist das alles natürlich mit Beißkorb gefragt, daher kommt der jetzt auch beim Training dazu. Marlo hat offenkundig überhaupt kein Problem damit, im Gegenteil.

Als krönenden Abschluss haben wir dann das Deckentraining in die Ordination verlegt. Zusätzlich zum bereits bekannten Ablauftraining, war heute eine fremde Person im Ordinationsraum mit dabei, die beim Annäherungstraining ohne Berühren involviert wurde.

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Marlo entwickelt sich zu einem aufgeschlossenen Hund, der die Welt in positiver Erwartung entdeckt.
In meiner Abwesenheit werden die Trainingsschritte gefestigt, eine wichtige Voraussetzung, dass ich bei meinem Besuch die Anforderungen steigern kann.

Dieser tolle Hund soll natürlich bald sein richtiges Zuhause kennenlernen:
InteressentInnen, nur her mit euch! 🙂 u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher „praktisch nichts“ kennengelernt hat.

Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe.
Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und Unterbringung und Untersuchungen kosten Geld.

Daher sind UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

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Rotti Marlo wird für den Tierarzt vorbereitet

Seit seinem Zwingerdasein in Ungarn hat sich für Marlo viel verändert: Er hat viel mehr Platz und vor allem einen warmen Innenbereich, er lernt liebe und engagierte Menschen kennen, die ihm in kleinen Schritten das Leben zeigen. Marlo wird hundegerecht beschäftigt und bekommt Auslauf – das alles wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben. 

Marlo soll in den nächsten Wochen tierärztlich untersucht werden: Blutbild, Röntgen, etc. stehen an. 
Die Gewöhnung an einen Maulkorb ist da Voraussetzung. Kleine Schritte im Training machen sich bezahlt.

Um Marlo (und uns 🙂 ) den Tierarztbesuch zu erleichtern, trainierten wir ein paar grundlegende Abläufe. Auch hier bildete das kleinschrittige Training eine gute Vertrauensbasis, er durfte jeden Teilschritt zum Ziel langsam und positiv kennenlernen: 
In Ungarn bereits positiv assoziiert:

  •  Mensch außerhalb vom Zwinger 
  • Mensch im Zwinger
  • Kopf durch Schlaufe stecken
  • Brustgeschirr anlegen mit allen Zwischenschritten

 

Aber nun zu den jetzigen Trainingsschritten:

  • Auf Waage setzen: Marlo wiegt über 41 kg
  • Durch Ordinationsraum gehen
  • Im Ordinationsraum hinsetzen
  • Annäherung einer Person
  • Annäherung einer Person und Berührung
  • Annäherung einer Person mit Stethoskop
  • Annäherung einer Person mit Stethoskop und Berührung damit

 

 

Das ist aber teilweise – zumindest für diesen – Tierarztbesuch „nicht notwendig“, da Marlo unter Narkose untersucht werden wird. Dennoch kann’s nicht schaden. Die Narkosespritze soll „im Vorbeigehen“ gegeben werden, daher folgender Ablauf:

  • Ordinationsraum betreten, Mensch steht direkt hinter Tür
  • Ordinationsraum betreten, Mensch steht direkt hinter Tür und berührt Marlo am Hinterschenkel
  • Ordinationsraum betreten, Mensch steht direkt hinter Tür und berührt Marlo mit einer Einmalspritze

Ein Hundeleben lang isoliert

Sogenannte Tierschutzhunde (aber auch andere) haben oft kein schönes Leben hinter sich: Schlechte oder zu wenig Erfahrungen mit Menschen und/oder der Umwelt drängt sie in (aus ihrer Sicht) ausweglose Situationen.

 

 

Und in solchen Situationen steigt das Stresslevel enorm, Stresshormone werden ausgeschüttet, die Wahrscheinlichkeit einer „Fight or Flight“-Reaktion ist enorm hoch. 

Hat der Hund bereits in seiner Vergangenheit gelernt, dass Aggressionsverhalten funktioniert, wird dies relativ schnell zu einer „tollen Strategie“ – aus Sicht des Hundes natürlich.

Solche Hunde erscheinen dann nicht unbedingt kontaktfreudig, so als wären sie alleine im Zwinger glücklich.
Weit gefehlt! Hunde sind hochsoziale Familienwesen, denen ein Leben ohne Sozialkontakt (ja, häufig fehlt auch innerartlicher Sozialkontakt) naturgemäß körperlich nicht schadet, aber das sie bestimmt nicht zufrieden macht.
Da bewegen wir uns dann schon fast in der „Nutz“-Tier-Haltungsdebatte, wo ja auch immer damit argumentiert wird, dass es den Tieren ja an nichts fehlt: Sie bekommen zu essen, müssen keine Kälte leiden…

Ja und? Das wäre ja gleich noch schöner, wenn dies ausreichen würde! Das kann nicht mehr als die absolute Mindestanforderung sein.

In der 2. Tierhaltungsverordnung ist wortwörtlich Sozialkontakt zu Menschen vorgeschrieben:

 

1.1. Allgemeine Anforderungen an das Halten von Hunden
(1) Hunden muss mindestens einmal täglich, ihrem Bewegungsbedürfnis entsprechend, ausreichend Gelegenheit zum Auslauf gegeben werden.
(2) Hunden, die vorwiegend in geschlossenen Räumen, z. B. Wohnungen, gehalten werden, muss mehrmals täglich die Möglichkeit zu Kot- und Harnabsatz im Freien ermöglicht werden.
(3) Hunden muss mindestens zwei Mal täglich Sozialkontakt mit Menschen gewährt werden.
(4) Wer mehrere Hunde hält, hat sie grundsätzlich in der Gruppe zu halten. Von der Gruppenhaltung darf nur dann abgesehen werden, wenn es sich um unverträgliche Hunde handelt oder wenn dies aus veterinärmedizinischen Gründen erforderlich ist.
(5) Welpen dürfen erst ab einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden; dies gilt nicht, wenn die Trennung aus veterinärmedizinischen Gründen zum Schutz des Muttertieres oder zum Schutz der Welpen erforderlich ist. Ist eine vorzeitige Trennung mehrerer Welpen vom Muttertier erforderlich, so sind diese bis zu einem Alter von mindestens acht Wochen gemeinsam zu halten. Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn dies dem Wohl der Tiere dient und die Personen, welche die Tiere in ihre Obhut nehmen, über die erforderlichen Möglichkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zur fachgerechten Aufzucht der Welpen verfügen.
(6) Maulkörbe müssen der Größe und Kopfform des Hundes angepasst und luftdurchlässig sein; sie müssen dem Hund das Hecheln und die Wasseraufnahme ermöglichen.

Es mag zwar Gesetze und Verordnungen geben, bei denen man die Sinnhaftigkeit hinterfragen kann, aber diese Mindestanforderung ist mehr als gerechtfertigt: Hunde sind domestizierte Tiere, dh. sie sind an ein Leben gemeinsam mit dem Menschen bestens angepasst und präferieren häufig menschliche vor hundlicher Gesellschaft. Ihnen dies vorzuenthalten, hat mit Tierschutz meiner Meinung nach wenig zu tun. Soviel zur Theorie, selbstverständlich ist es nicht einfach, Zugang zu solchen Hunden zu bekommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Dies sollten auch immer Personen durchführen, die dementsprechend ausgebildet sind und Erfahrung haben.

 

 

Hier sind ersten Schritte des Vertrauensaufbaus bei der Hündin Susi (hier ihre Vorgeschichte) zu sehen. Achtung: Jeder Hund ist eine eigene Persönlichkeit, hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht und daher verläuft die Phase des Vertrauensaufbaus bei jedem Hund anders.

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Im Fall von Rottweiler Marlo, hier seine Geschichte, waren die Umstände sehr ungünstig, weshalb das Training etwas anders verlief. Im folgenden Video sieht man schon etwas fortgeschrittene Übungen, die Marlo zuerst mit mir gelernt hat, mit einer ihm fremden Person. Ein Auslauf war zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich.

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Es ist sehr sinnvoll, dass zuerst eine qualifizierte Person positiven Zugang zum Hund erreicht, damit man dem Hund überhaupt die Möglichkeit geben kann, Vertrauen zu fassen: Zuviele Köche verderben den Brei! Doch je nach Situation in unterschiedlichen Stufen ist es sogar sehr sinnvoll, andere Personen einzubinden. Es soll schließlich nicht so sein, dass der Hund nur zu einem Menschen Vertrauen fasst.

Im folgenden Video wird Marlo zum ersten Mal das Brustgeschirr angelegt.

 

[evideo id=“TWaFH-sq7wY“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

 

Voraussetzungen waren in seinem Fall:

  • positive Assoziation mit meiner Anwesenheit im Zwinger
  • positive Assoziation mit Anblick des Brustgeschirrs
  • positive Assoziation mit Bewegungen der Hand/des Brustgeschirrs im Brustkorbbereich
  • Verhalten „Kopf durch Schlaufe stecken“ positiv erlernt

 

Dadurch dass ich eine supertolle Unterkunft für Marlo organisieren konnte, entwickelt er sich prächtig, wie hier nachzulesen ist.
Die zuständigen Betreuungspersonen können ihm inzwischen ganz selbstverständlich das Brustgeschirr anlegen und mit ihm in den Auslauf gehen. Das klappt jetzt, nicht weil Marlo kein Problem hat, sondern weil er schön Schritt für Schritt lernen durfte. Weniger ist mehr!

Mir tut es im Herzen weh, wenn ich mitbekomme, dass manche Hunde „aufgegeben“ werden, oder erst gar nicht begonnen wird, mit ihnen zu arbeiten, weil es sich nicht „auszahlt“. Sicher muss man bei solchen Hunden mal eine gewisse Hürde überwinden und es geht nicht so bequem und schnell wie mit anderen. Aber hat man als TrainerIn nicht genau bei solchen Hunden die Verpflichtung, sich einzusetzen bzw. Hilfe zu organisieren?

 

Die Erfahrung zeigt: Ist erstmal das erste Eis bei einer Person gebrochen, ist das Kennenlernen von anderen engagierten Menschen weitaus einfacher und sollte unbedingt – unter Anleitung – stattfinden. Der Aufwand ist auf alle Fälle gerechtfertigt und alle involvierten Menschen profitieren davon – der Hund sowieso.

 

Rottweiler Marlo aus Ungarn. Wie ein Welpe…

… erkundet er die Welt und es ist eine Freude, ihm dabei zuzusehen. 🙂

Marlo lebte in seinem kurzen Leben nahezu ausschließlich in kleinen Zwingern, teilweise auf 4m², das letzte Jahr auf 6m².
Marlo galt als aggressiv, im Schutzhundesport erfahrene Trainer wagten nicht, mit ihm zu arbeiten. Als er zum ersten Mal wieder ins Freie durfte, musste er buchstäblich gehen lernen (er robbte fast am Bauch), weil er mit dem Untergrund und allen Umwelteinflüssen überfordert war.

Marlo zeigt ausgeprägtes Interesse an seiner Umwelt und findet den Tunnel zum Durchlaufen toll.

 

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Er lernt, gemeinsam interessante Dinge zu finden und zu kooperieren:

 

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Apportieren:

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Beißkorbtraining fast abgeschlossen:

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Berührung an Kopf oder Hals ist kein Problem mehr für Marlo, also kommt mal der Rücken dran:

 

 

Marlo gibt die Pfote:

 

Marlo ist einfach freundlich:

Jetzt wird es Zeit, für diesen tollen Hund auch ein richtiges Zuhause zu finden.
InteressentInnen, nur her mit euch! Bitte an: u.aigner@gmail.com 

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher „praktisch nichts“ kennengelernt hat.

 

Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe. Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet – genauso wie in Ungarn – Geld. Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

 

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… to be continued …

Marlo freut sich

Marlo zu besuchen, bereitet ja immer Freude. Dass die Freude auch auf seiner Seite ist, zeigt er inzwischen sehr deutlich: Freuden-Sprünge, Winseln, Streicheln lassen… und das auch bei seinen BetreuerInnen. Nettes Zusatz-Feature: Er kann Sitzen auf Signal, auch wenn er sich freut. 🙂

 

Marlo lebte in seinem kurzen Leben nahezu ausschließlich in kleinen Zwingern, das letzte Jahr auf 6m². Marlo galt als aggressiv, im Schutzhundesport erfahrene Trainer wagten nicht, mit ihm zu arbeiten. Als er zum ersten Mal wieder ins Freie durfte, musste er buchstäblich gehen lernen (er robbte fast am Bauch), weil er mit dem Untergrund und allen Umwelteinflüssen überfordert war.

 

Aber nun zum heutigen Besuch:

Maulkorb-Training: Ein paar Schritte gehen und Riemen um Nacken legen, ohne Verschließen.

 

 

Marlo ist ein ganz lieber, offener und freundlicher Hund und genießt auch ein paar Streicheleinheiten.

 

 

Marlo reagiert auch bereits viel besser und kann sich länger konzentrieren. Anfangs war er ja so überwältigt, dass er sich von manchen Reizen kaum lösen konnte, an ein lockeres Wegrufen wär da nicht zu denken gewesen.

Als netten Abschluß durfte Marlo in eine Box in einem Auto springen und dort Kekse suchen. Und weil er das so toll fand, noch ein zweites Mal. Schön, dass ihn der Transport in der Box aus Ungarn nicht verängstigte. 🙂

 

Ein Wahnsinn, wie großartig Marlo sich entwickelt.

Und dieser tolle Hund soll natürlich auch ein richtiges Zuhause bekommen.
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Doch bis dahin wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet – genauso wie in Ungarn – Geld.

 

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Rottweiler Marlo lernt … Vertrauen

Der heutige Besuch bei Marlo, dem Rottweiler aus Ungarn, war wieder äußerst erfreulich. 🙂

Für alle Neu-EinsteigerInnen im Bericht über Marlos Leben, hier ist seine Geschichte nachzulesen

Es ging wieder ins Freie. 🙂


Auf dem Weg in den Auslauf entdeckt Marlo eine interessante Stelle.

 

Ruhiges Training: Marlo wartet auf die Beißkorbübung

Auch als ein anderer Hund am Zaun vorbeiging, ließ sich Marlo, kurzfristig wieder angeleint, sehr gut umlenken.
Es ist sehr schön mitzuerleben, wie dankbar Marlo die Hilfe annimmt.


Marlo lernt Vertrauen.

 

Marlo genießt sein neues Leben, bekommt auch in meiner Abwesenheit Auslauf und erlebt freundliche und nette menschliche Gesellschaft.

Marlo hat es sich verdient, bald jemanden kennenzulernen, der oder die ihm ein schönes und liebevolles Zuhause geben kann.

 

Da er so wenig kennengelernt hat, ist ein Haus (am Land) mit Garten Voraussetzung, keine (Klein-)Kinder. Ein Kennenlernen wäre ab sofort möglich, Marlo braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.

Doch bis zu einer erfolgreichen Vermittlung wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet – genauso wie in Ungarn – Geld.

Zudem stehen derzeit medizinische Untersuchungen an.

 

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Marlo auf der Wiese

Heute war es endlich soweit: Der langersehnte Freilauf auf einer großen Wiese! 🙂 

Noch im Außenbereich des Zwingers wartet Marlo brav darauf, angeleint zu werden:

 

Der schönste Moment:  


Gemeinsames Suchspiele:

Sehr aufmerksam, zwischen den Erkundungsläufen:

Warten bevor es wieder zurück geht: 

Marlo geht es wirklich hervorragend, besonders auch Dank der tollen Betreuung vor Ort. 🙂

Genauso wie die Tierpension in Ungarn kostet die Unterbringung hier in Österreich natürlich auch Geld. Zudem stehen derzeit medizinische Untersuchungen bzw. eine Kastration an. Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:
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In Ruhe lernen: Clickertraining ohne Hektik

„Schnell noch mit dem Hund was machen“, „Dieses Ziel müssen wir bis morgen erreichen“! Diese Gedanken hat man im durchgeplanten Alltag bald mal im Kopf. Das spiegelt sich dann oft auch im Verhalten des Hundes. Besonders beim Trainieren von Tricks oder auch bei der Verhaltensmodifikation von Hund-Hund-Aggressionsproblematik kann es passieren, dass zB. aufgedrehte oder hektische Verhaltensweisen belohnt werden.
Es soll ja Hunde geben, die beim Anblick des Clickers bereits eine sehr starke Erwartungshaltung haben: AUFREGUNG! 🙂

Dabei kann man Ruhe und Konzentration genauso üben, wie schnelle (Verhaltens-) Reaktionen.

Ja, auch mit „Hibbelhunden“.
Ja, auch mit mehreren Hunden.
Ja, auch mit mehreren „Hibbelhunden“.

 

Oder gerade bei diesen. 😉

 

Hunde, die lernen, auch mal mit Ruhe und Konzentration zum Erfolg zu kommen, können dies auch besser auf andere Situationen übertragen. Und das Training (bzw. der Clicker) bekommt eine neue emotionale Färbung.

 

 

Wichtige Grundlage, vor allem bei Mehrhundehaltung, ist das Warten auf einer Decke (Korb, Box):

1. Der Hund wird durch Handsignal oder durch Locken auf die Decke und in die Position „Platz“ gelockt, sobald der Hund auf der Decke liegt, wird geclickt und in der Position „Platz“ gefüttert. Steht der Hund nach dem Click auf, ist das kein Fehler. Einfach wieder in Position locken und danach Futter geben, nicht das Aufstehen belohnen.

2. Das Verhalten aktiv auflösen, der Hund soll lernen, nicht vor dem Auflösesignal aufzustehen. Das Auflösen kann auch mit Futter belohnt werden.


3. Die Distanz zum Hund schrittweise erhöhen: zuerst das Bein heben, währenddessen clicken und füttern wenn Hund auf seiner Decke liegen bleibt; dann einen Schritt zurück, währenddessen clicken und füttern wenn Hund auf seiner Decke liegen bleibt; etc… Das Auflösen des Verhaltens nicht vergessen!


4. Der Hund wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon bald selbstständig auf die Decke legen. Dann ist es soweit, das Verhalten zu benennen:

In dem Moment (idealerweise kurz davor), wenn der Hund zur Decke geht, wird das Wortsignal gesagt und dann mit Click und Futter belohnt, wenn er auf der Decke liegt. Verhalten wieder auflösen. 

 

 

Im Falle einer Mehrhunde-WG:

Bei Mehrhundehaltung sollten diese Basics eventuell mit jedem Hund einzeln aufgebaut werden. Danach kann es beispielsweise so weitergehen:

1. Alle Hunde liegen auf ihrem Platz, in ausreichend großem Abstand zueinander und werden – gleichzeitig – durch Clicker und Futter belohnt.
Inzwischen sollten sie bereits verstanden haben, dass das Aufstehen erst nach dem Auflösesignal erwünscht ist.
Dennoch sollte bei den ersten Einheiten mit mehreren Hunden die Anforderungen wieder heruntergeschraubt werden, also Belohnungsintervall hoch, Abstand zu den Hunden gering, wenig Ablenkung, etc… Schritt für Schritt (siehe oben) diese Kriterien verändern. 

Ja, es ist sehr gut möglich, mit einem Clicker zwei (oder mehrere) Hunde zu belohnen: auch wenn im weiteren Verlauf einer „arbeitet“ und der andere „wartet“. Hunde sind intelligent und wissen, wann sie dran sind, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gibt. 

Hier ist bereits eine fortgeschrittene Stufe zu sehen, Click für beide, danach gehe ich ruhig zurück und jedeR bekommt einen Keks serviert:

Nemo bekommt seinen Keks, Baghira ist noch mit Kauen beschäftigt:

2. Das Auflösen erfolgt einzeln: Hier wird Nemo mittels Name und Auflösesignal gefragt, ob er aufstehen mag. In dem Moment, wo Nemo aufsteht, bzw. Baghira liegen bleibt, erfolgt der Click und die Hunde bekommen mit ruhigen und langsamen Handbewegungen Kekse.
Es ist empfehlenswert, anfangs dem ruhenden Hund zuerst den Keks nach dem Click zu geben, oder beide gleichzeitig zu füttern (Achtung: keine hektischen, schnellen Bewegungen!):

 

 

Sobald beim Grundlagentraining der „wartende“ Hund seinen Keks gegessen hat, ist der „arbeitende“ dran:

3. Wenn das einzeln auflösen gut klappt (dh, es gibt keine Fehlstarts vom falschen Hund), bekommt der „arbeitende“ Hund wirklich Etwas zu tun.
Das soll anfangs gar nichts Schwieriges oder Neues sein, ein Sitz genügt (für „Hibbelhunde“ ohnehin schwer genug). Achtung: Click und Futter gibts nur in der erwünschten Position:

4. Nun sollte mehr und mehr begonnen werden, den „wartenden“ Hund nicht mehr bei jedem Click (der ja in weiterer Folge eigentlich für den „arbeitenden“ gedacht ist) mit Futter zu belohnen. Gute ZielwerferInnen unter uns können natürlich auch zwischendurch Kekse auf den Platz des „wartenden“ Hundes werfen.
Der „arbeitende“ Hund lernt unterschiedliche (zuerst) ruhige Signale (Sitz, Handtouch, später auch neue Verhaltensweisen…) auszuführen. 
Das Ziel nicht aus den Augen verlieren: „wartende“ Hund lernt geduldig zu warten, „arbeitende“ Hund lernt sich zu konzentrieren.

Diese Anleitung kann natürlich nicht jede Eventualität abdecken und ist gerade für Clicker-AnfängerInnen (dasselbe für Markersignal) anfangs ohne Unterstützung in der Praxis schwierig umsetzbar. Es ist daher sehr empfehlenswert, eine Stunde bei einem Trainer oder Trainerin zu nehmen, als lange Zeit bei den Basics nicht weiter zu kommen. Das frustriert nicht nur die Menschen, sondern auch die Hunde – und bringt vielleicht genau deshalb wieder mehr Hektik rein. Wenn die Grundlagen passen, kann das Training „alles mögliche“ umfassen: alte Tricks, neue Tricks, etc.
Dann macht es ja erst so richtig Spaß. 

Hier lernen meine Hunde langsam und konzentriert Körperübungen, die die Balance, Muskulatur und Beweglichkeit fördern. Für die 12-jährige Baghira besonders wertvoll:

 
Click für bewusst langsames Hinaufsteigen

 


Keks danach nicht vergessen. 

 


Das klappt auch auf der oberen Stufe. 

 

Handtouch nach oben bringt Baghira dazu, sich zu strecken. 

Click für Nemo, wenn er nur auf die erste Stufe steigt, anstatt hektisch zu springen.

 

 

 

 

Click und freudige Erwartung…

…auf den Keks – ganz ohne Hektik und Frust. 

 

Wichtig: Zum Schluss gibt es immer auf dem Platz….

 

…Kekse, und zwar mehrere. Durchaus auch auf Decke suchen lassen. Für ein ruhiges Ende der Trainingszeit 🙂 

Viel Spaß beim Training! 

Erster Besuch bei Marlo seit dem Umzug

Heute war es endlich soweit: Der erste Besuch bei Marlo seit dem Umzug.

Marlo präsentiert sich vorbildlich, seine Erwartungshaltung bei Öffnen der Zwingertür ist absolut positiv.Wir haben heute ein kleines „Warm-Up“ gemacht. Dh, ob die Basics, bei denen wir im Herbst 2014 in Ungarn aufgehört hatten, möglich und „abrufbar“ sind.

Und ja, das waren sie. 🙂

 

Marlo fand es ziemlich gut, dass ich zu ihm in den Zwinger kam. Auch mit den  Anwesenden außerhalb und mit der Filmerin wurde“geliebäugelt“.

Zuerst habe ich mal geschaut, wie Marlo auf die Moxon-Leine reagiert – die kann ich im Zweifelsfall vergleichsweise schnell entfernen.
Aber alles kein Thema.

Dann ging’s also gleich ans Brustgeschirr anziehen.

Und weil wir grad dabei waren: die Verbeugung hat Marlo so nebenbei auch gelern
Hat wunderbar geklappt.

Marlo ist sichtlich sehr erfreut. 🙂 Und kann die nächste Übung kaum erwarten.

Ein bisschen Mundschutz -(also Beißkorb-)Training.

Kurz mal angeleint im Innen- (und ohne Foto auch im Außen-)Bereich des Zwingers herumgehen.

Was Spannendes und was zum Spielen gab’s auch, Marlo findet den Kong voll top. 🙂

Marlo mag seinen „neuen“ Namen inzwischen sehr gerne: wenn er seinen Namen hört, dreht er sich interessiert und mit einem Lächeln um. 🙂

Für diejenigen, die Marlos Geschichte noch nicht kennen, hier ist der Artikel, in dem ich die wichtigsten Eckdaten zusammengefasst habe.Genauso wie die Tierpension in Ungarn kostet die Unterbringung hier in Österreich natürlich auch Geld.
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