Schlagwort-Archiv: erhöhtes Gefährdungspotenzial

Marlo und die Tierklinik

Anfang dieser Woche war es soweit: Marlo, der Rotti aus Ungarn, wurde zu einer Tierklinik gebracht, um ihm Blut abzunehmen, seinen Bewegungsapparat durchzuchecken und ihn zu kastrieren. 

 


Alles hat wie am Schnürchen geklappt, von der kompetenten Unterstützung der Pflegerin, bis hin zu einen sich sehr sehr lieben und braven Marlo, im Auto und auch beim Spritze geben. Tierarzt-Training sei dank…

Der Beitrag „Rottweiler Marlo – ungewisse Zukunft“ hat sich zum Glück inzwischen grundlegend verändert. Marlo entwickelt sich prächtig, er erscheint oft wie ein Welpe/Junghund, der die Umwelt entdeckt.

Die Ergebnisse:

Kastration ohne Zwischenfälle. 
Blutbild: alles OK.
Röntgen: Hüfte OK, Ellenbogen, Schultergelenk leichte Arthrose… und Spondylosen im Brust- sowie auch Lendenwirbelbereich.


Jetzt schauen wir mal, was wir da unterstützend für ihn tun können. 
Denn eines ist nahezu sicher: das Attribut „gefährlich aggressiv“ hat er auch deshalb bekommen, weil er einfach Schmerzen hatte, die wahrscheinlich durch einen harten Umgang verschlimmert wurden: ein Leinenruck während eines Schmerzschubes „tut weh zur Potenz“!

Aber jetzt wird es aber wirklich Zeit:

Dieser tolle Hund soll bald sein richtiges Zuhause kennenlernen:
InteressentInnen, nur her mit euch! 🙂 u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher „praktisch nichts“ kennengelernt hat.

Aber auch eine Patenschaft wäre sehr wünschenswert: Marlo freut sich über Qualitätszeit, aber natürlich auch über finanzielle Hilfe.
Denn bis er endlich in ein Zuhause umziehen kann, wird noch Zeit vergehen und Unterbringung und vor allem akut die Tierklinik kosten Geld.

Daher sind UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien
AT16 5300 0032 5502 1086
HYPNATWW
Kennwort Marlo

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER_INNEN!

Ein Hundeleben lang isoliert

Sogenannte Tierschutzhunde (aber auch andere) haben oft kein schönes Leben hinter sich: Schlechte oder zu wenig Erfahrungen mit Menschen und/oder der Umwelt drängt sie in (aus ihrer Sicht) ausweglose Situationen.

 

 

Und in solchen Situationen steigt das Stresslevel enorm, Stresshormone werden ausgeschüttet, die Wahrscheinlichkeit einer „Fight or Flight“-Reaktion ist enorm hoch. 

Hat der Hund bereits in seiner Vergangenheit gelernt, dass Aggressionsverhalten funktioniert, wird dies relativ schnell zu einer „tollen Strategie“ – aus Sicht des Hundes natürlich.

Solche Hunde erscheinen dann nicht unbedingt kontaktfreudig, so als wären sie alleine im Zwinger glücklich.
Weit gefehlt! Hunde sind hochsoziale Familienwesen, denen ein Leben ohne Sozialkontakt (ja, häufig fehlt auch innerartlicher Sozialkontakt) naturgemäß körperlich nicht schadet, aber das sie bestimmt nicht zufrieden macht.
Da bewegen wir uns dann schon fast in der „Nutz“-Tier-Haltungsdebatte, wo ja auch immer damit argumentiert wird, dass es den Tieren ja an nichts fehlt: Sie bekommen zu essen, müssen keine Kälte leiden…

Ja und? Das wäre ja gleich noch schöner, wenn dies ausreichen würde! Das kann nicht mehr als die absolute Mindestanforderung sein.

In der 2. Tierhaltungsverordnung ist wortwörtlich Sozialkontakt zu Menschen vorgeschrieben:

 

1.1. Allgemeine Anforderungen an das Halten von Hunden
(1) Hunden muss mindestens einmal täglich, ihrem Bewegungsbedürfnis entsprechend, ausreichend Gelegenheit zum Auslauf gegeben werden.
(2) Hunden, die vorwiegend in geschlossenen Räumen, z. B. Wohnungen, gehalten werden, muss mehrmals täglich die Möglichkeit zu Kot- und Harnabsatz im Freien ermöglicht werden.
(3) Hunden muss mindestens zwei Mal täglich Sozialkontakt mit Menschen gewährt werden.
(4) Wer mehrere Hunde hält, hat sie grundsätzlich in der Gruppe zu halten. Von der Gruppenhaltung darf nur dann abgesehen werden, wenn es sich um unverträgliche Hunde handelt oder wenn dies aus veterinärmedizinischen Gründen erforderlich ist.
(5) Welpen dürfen erst ab einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden; dies gilt nicht, wenn die Trennung aus veterinärmedizinischen Gründen zum Schutz des Muttertieres oder zum Schutz der Welpen erforderlich ist. Ist eine vorzeitige Trennung mehrerer Welpen vom Muttertier erforderlich, so sind diese bis zu einem Alter von mindestens acht Wochen gemeinsam zu halten. Eine Ausnahme ist nur dann zulässig, wenn dies dem Wohl der Tiere dient und die Personen, welche die Tiere in ihre Obhut nehmen, über die erforderlichen Möglichkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zur fachgerechten Aufzucht der Welpen verfügen.
(6) Maulkörbe müssen der Größe und Kopfform des Hundes angepasst und luftdurchlässig sein; sie müssen dem Hund das Hecheln und die Wasseraufnahme ermöglichen.

Es mag zwar Gesetze und Verordnungen geben, bei denen man die Sinnhaftigkeit hinterfragen kann, aber diese Mindestanforderung ist mehr als gerechtfertigt: Hunde sind domestizierte Tiere, dh. sie sind an ein Leben gemeinsam mit dem Menschen bestens angepasst und präferieren häufig menschliche vor hundlicher Gesellschaft. Ihnen dies vorzuenthalten, hat mit Tierschutz meiner Meinung nach wenig zu tun. Soviel zur Theorie, selbstverständlich ist es nicht einfach, Zugang zu solchen Hunden zu bekommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Dies sollten auch immer Personen durchführen, die dementsprechend ausgebildet sind und Erfahrung haben.

 

 

Hier sind ersten Schritte des Vertrauensaufbaus bei der Hündin Susi (hier ihre Vorgeschichte) zu sehen. Achtung: Jeder Hund ist eine eigene Persönlichkeit, hat unterschiedliche Erfahrungen gemacht und daher verläuft die Phase des Vertrauensaufbaus bei jedem Hund anders.

[evideo id=“uOeWa4184ug“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

 

Im Fall von Rottweiler Marlo, hier seine Geschichte, waren die Umstände sehr ungünstig, weshalb das Training etwas anders verlief. Im folgenden Video sieht man schon etwas fortgeschrittene Übungen, die Marlo zuerst mit mir gelernt hat, mit einer ihm fremden Person. Ein Auslauf war zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich.

[evideo id=“qK6wvhew2D0″ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

 

Es ist sehr sinnvoll, dass zuerst eine qualifizierte Person positiven Zugang zum Hund erreicht, damit man dem Hund überhaupt die Möglichkeit geben kann, Vertrauen zu fassen: Zuviele Köche verderben den Brei! Doch je nach Situation in unterschiedlichen Stufen ist es sogar sehr sinnvoll, andere Personen einzubinden. Es soll schließlich nicht so sein, dass der Hund nur zu einem Menschen Vertrauen fasst.

Im folgenden Video wird Marlo zum ersten Mal das Brustgeschirr angelegt.

 

[evideo id=“TWaFH-sq7wY“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

 

Voraussetzungen waren in seinem Fall:

  • positive Assoziation mit meiner Anwesenheit im Zwinger
  • positive Assoziation mit Anblick des Brustgeschirrs
  • positive Assoziation mit Bewegungen der Hand/des Brustgeschirrs im Brustkorbbereich
  • Verhalten „Kopf durch Schlaufe stecken“ positiv erlernt

 

Dadurch dass ich eine supertolle Unterkunft für Marlo organisieren konnte, entwickelt er sich prächtig, wie hier nachzulesen ist.
Die zuständigen Betreuungspersonen können ihm inzwischen ganz selbstverständlich das Brustgeschirr anlegen und mit ihm in den Auslauf gehen. Das klappt jetzt, nicht weil Marlo kein Problem hat, sondern weil er schön Schritt für Schritt lernen durfte. Weniger ist mehr!

Mir tut es im Herzen weh, wenn ich mitbekomme, dass manche Hunde „aufgegeben“ werden, oder erst gar nicht begonnen wird, mit ihnen zu arbeiten, weil es sich nicht „auszahlt“. Sicher muss man bei solchen Hunden mal eine gewisse Hürde überwinden und es geht nicht so bequem und schnell wie mit anderen. Aber hat man als TrainerIn nicht genau bei solchen Hunden die Verpflichtung, sich einzusetzen bzw. Hilfe zu organisieren?

 

Die Erfahrung zeigt: Ist erstmal das erste Eis bei einer Person gebrochen, ist das Kennenlernen von anderen engagierten Menschen weitaus einfacher und sollte unbedingt – unter Anleitung – stattfinden. Der Aufwand ist auf alle Fälle gerechtfertigt und alle involvierten Menschen profitieren davon – der Hund sowieso.

 

Marlo freut sich

Marlo zu besuchen, bereitet ja immer Freude. Dass die Freude auch auf seiner Seite ist, zeigt er inzwischen sehr deutlich: Freuden-Sprünge, Winseln, Streicheln lassen… und das auch bei seinen BetreuerInnen. Nettes Zusatz-Feature: Er kann Sitzen auf Signal, auch wenn er sich freut. 🙂

 

Marlo lebte in seinem kurzen Leben nahezu ausschließlich in kleinen Zwingern, das letzte Jahr auf 6m². Marlo galt als aggressiv, im Schutzhundesport erfahrene Trainer wagten nicht, mit ihm zu arbeiten. Als er zum ersten Mal wieder ins Freie durfte, musste er buchstäblich gehen lernen (er robbte fast am Bauch), weil er mit dem Untergrund und allen Umwelteinflüssen überfordert war.

 

Aber nun zum heutigen Besuch:

Maulkorb-Training: Ein paar Schritte gehen und Riemen um Nacken legen, ohne Verschließen.

 

 

Marlo ist ein ganz lieber, offener und freundlicher Hund und genießt auch ein paar Streicheleinheiten.

 

 

Marlo reagiert auch bereits viel besser und kann sich länger konzentrieren. Anfangs war er ja so überwältigt, dass er sich von manchen Reizen kaum lösen konnte, an ein lockeres Wegrufen wär da nicht zu denken gewesen.

Als netten Abschluß durfte Marlo in eine Box in einem Auto springen und dort Kekse suchen. Und weil er das so toll fand, noch ein zweites Mal. Schön, dass ihn der Transport in der Box aus Ungarn nicht verängstigte. 🙂

 

Ein Wahnsinn, wie großartig Marlo sich entwickelt.

Und dieser tolle Hund soll natürlich auch ein richtiges Zuhause bekommen.
InteressentInnen, nur her mit euch! 🙂 u.aigner(ät)gmail.com

Voraussetzung: Haus (am Land) mit Garten, keine (Klein-)Kinder, da er bisher „praktisch nichts“ kennengelernt hat.

Doch bis dahin wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet – genauso wie in Ungarn – Geld.

 

Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien   
AT16 5300 0032 5502 1086   
HYPNATWW   
Kennwort Marlo 

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZERINNEN!

Rottweiler Marlo lernt … Vertrauen

Der heutige Besuch bei Marlo, dem Rottweiler aus Ungarn, war wieder äußerst erfreulich. 🙂

Für alle Neu-EinsteigerInnen im Bericht über Marlos Leben, hier ist seine Geschichte nachzulesen

Es ging wieder ins Freie. 🙂


Auf dem Weg in den Auslauf entdeckt Marlo eine interessante Stelle.

 

Ruhiges Training: Marlo wartet auf die Beißkorbübung

Auch als ein anderer Hund am Zaun vorbeiging, ließ sich Marlo, kurzfristig wieder angeleint, sehr gut umlenken.
Es ist sehr schön mitzuerleben, wie dankbar Marlo die Hilfe annimmt.


Marlo lernt Vertrauen.

 

Marlo genießt sein neues Leben, bekommt auch in meiner Abwesenheit Auslauf und erlebt freundliche und nette menschliche Gesellschaft.

Marlo hat es sich verdient, bald jemanden kennenzulernen, der oder die ihm ein schönes und liebevolles Zuhause geben kann.

 

Da er so wenig kennengelernt hat, ist ein Haus (am Land) mit Garten Voraussetzung, keine (Klein-)Kinder. Ein Kennenlernen wäre ab sofort möglich, Marlo braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.

Doch bis zu einer erfolgreichen Vermittlung wird noch Zeit vergehen und die Unterbringung in Österreich kostet – genauso wie in Ungarn – Geld.

Zudem stehen derzeit medizinische Untersuchungen an.

 

Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien   
AT16 5300 0032 5502 1086   
HYPNATWW   
Kennwort Marlo 

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZERINNEN!

Erster Besuch bei Marlo seit dem Umzug

Heute war es endlich soweit: Der erste Besuch bei Marlo seit dem Umzug.

Marlo präsentiert sich vorbildlich, seine Erwartungshaltung bei Öffnen der Zwingertür ist absolut positiv.Wir haben heute ein kleines „Warm-Up“ gemacht. Dh, ob die Basics, bei denen wir im Herbst 2014 in Ungarn aufgehört hatten, möglich und „abrufbar“ sind.

Und ja, das waren sie. 🙂

 

Marlo fand es ziemlich gut, dass ich zu ihm in den Zwinger kam. Auch mit den  Anwesenden außerhalb und mit der Filmerin wurde“geliebäugelt“.

Zuerst habe ich mal geschaut, wie Marlo auf die Moxon-Leine reagiert – die kann ich im Zweifelsfall vergleichsweise schnell entfernen.
Aber alles kein Thema.

Dann ging’s also gleich ans Brustgeschirr anziehen.

Und weil wir grad dabei waren: die Verbeugung hat Marlo so nebenbei auch gelern
Hat wunderbar geklappt.

Marlo ist sichtlich sehr erfreut. 🙂 Und kann die nächste Übung kaum erwarten.

Ein bisschen Mundschutz -(also Beißkorb-)Training.

Kurz mal angeleint im Innen- (und ohne Foto auch im Außen-)Bereich des Zwingers herumgehen.

Was Spannendes und was zum Spielen gab’s auch, Marlo findet den Kong voll top. 🙂

Marlo mag seinen „neuen“ Namen inzwischen sehr gerne: wenn er seinen Namen hört, dreht er sich interessiert und mit einem Lächeln um. 🙂

Für diejenigen, die Marlos Geschichte noch nicht kennen, hier ist der Artikel, in dem ich die wichtigsten Eckdaten zusammengefasst habe.Genauso wie die Tierpension in Ungarn kostet die Unterbringung hier in Österreich natürlich auch Geld.
Daher sind finanzielle UnterstützerInnen selbstverständlich herzlich willkommen:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn 
HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien 
AT16 5300 0032 5502 1086 
HYPNATWW 
Kennwort Marlo

Marlo bittet um Hilfe – bald kommt er nach Österreich!

 

Marlo am 10.1.2015 in seinem Zwinger in Ungarn

Marlos Tod war schon fast besiegelt – nur durch die Initiative von engagierten Tierschützerinnen, genauer gesagt TierRECHTlerinnen, wurde er bisher verschont. Ein schönes Leben hatte er trotz der Verschonung ganz und gar nicht. Hier sind seine Geschichte und die bisherigen Trainingserfolge nachzulesen.

Zum großen Glück habe ich eine äußerst geeignete Unterbringung in Österreich gefunden, die Marlo aufnimmt – DANKE DAFÜR! Als Gegenleistung helfe ich bei den dort untergebrachten Hunden im Training.

Dennoch muss das alles finanziert werden: Transport von Marlo nach Österreich, Tierarztkosten, Marlos Unterbringung, KM-Geld, Zeitaufwand, etc… Denn ich werde so oft wie möglich zu ihm fahren um mit ihm zu arbeiten.

Daher bitte ich um finanzielle Unterstützung:

Kontoinhaber: Private Tierhilfe Ungarn 

HYPO NÖ – Landesbank für NÖ und Wien 

AT16 5300 0032 5502 1086 

HYPNATWW 

Kennwort Marlo

Danke im Namen von Marlo und allen Helferleins! 

Erster Spaziergang mit dem Rotti aus Ungarn

Einige Zeit ist vergangen, seitdem ich zum ersten Mal bei Macho, dem Rotti, war.Hier ist seine Geschichte nachzulesen:

Training „aggressiver Rottweiler“ – Hilferuf aus Ungarn

Fotoalbum 4. Besuch

Fotoalbum 5. Besuch

[Für weitere Infos bzgl. Training von gefährlichen Hunden:Aggression und Red Zone-HundeAggression? – Weshalb Unterordnung/Gehorsam der falsche Weg ist„Aber der hat keine Angst!“ – das notwendige Erstgespräch]Da der Name „nicht unbedingt“ passend ist, wurden mittels einer Umfrage auf meiner Facebook-Seite Canis sapiens – gewaltfreies Hundetraining nach geeigneteren Namen gesucht und diese dann an die verantwortlichen Personen zur Abstimmung weitergeleitet.

Hiermit darf ich das Ergebnis in Form eines Doppelnamens präsentieren:“Marlo-Pikachu„. Diverse Spitznamen werden folgen. 🙂 Marlo macht riesige Fortschritte, beim letzten Besuch (der 6. insgesamt Fotoalbum 6. Besuch) konnte er zum ersten Mal seit 10 Monaten (!!!) seinen Zwinger verlassen. Nicht mal ums Eck schauen konnte er monatelang!

 

 

 

 

Zuerst wagte er es fast nicht aus der Zwingertür und bewegte sich wie auf Nadeln. Er war völlig überwältigt und sehr schnell mit den Reizen überfordert. Hier ein kurzes Video vom ersten Spaziergang:

[evideo id=“-RML9EjTKTs“ site=“youtube“ autoplay=“0″ /]

 

Gewaltfreies Training, basierend auf positiver Verstärkung anstatt Verunsichern, Unterwerfen oder Korrekturen/Maßregelungen, ist zwar unspektakulär und erscheint im ersten Moment als mäßig zielführend, dafür sind die Fortschritte mittelfristig unschlagbar und nachhaltig!Wir sind auf der Suche nach einem Fixplatz für Marlo. Da er so wenig kennengelernt hat, ist ein Haus (am Land) mit Garten Voraussetzung, keine (Klein-)Kinder. Ein Kennenlernen wäre ab sofort möglich, Marlo braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.Verantwortungsvolle InteressentInnen melden sich bitte unter u.aigner@gmail.com. Er wird es mit ewiger Treue danken!

Reaktive Hunde – Erfolge durch belohnungsbasiertes und bedürfnisorientiertes Training

Nomen est omen: reaktive Hunde heißen nicht ohne Grund so… Sie reagieren auf mehr oder weniger viele Umweltreize mit Aggressionsverhalten. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben: Schlechte Erfahrungen, aversive Trainingsmethoden, Überforderung, Krankheiten… Ich möchte mich hier hauptsächlich auf mangelhafte Sozialisation beziehen (über den Einfluss aversiver Trainingsmethoden auf das hundliche Verhalten habe ich bereits einige Blogeinträge verfasst). 

Oft leben reaktive Hunde in Situationen, auf die sie in ihrer Kindheit nicht vorbereitet wurden. Am Land aufgewachsen mit wenig Menschenkontakt ist es nicht verwunderlich, dass ein Leben als erwachsener Hund in der Großstadt mehr als stressig ist. Mangelhafte Sozialisation (Gewöhnung an belebte Umwelt) und Habituation (Gewöhnung an unbelebte Umwelt) sind dafür verantwortlich, dass die Hunde auf unbekannte Reize ängstlich reagieren. Aus dieser Angst heraus entwickelt sich sehr schnell ein Teufelskreis – in Richtung Selbstverteidigung, sprich Aggressionsverhalten.

In den ersten Wochen in der städtischen Umgebung sind die Hunde oft noch so überwältigt und eingeschüchtert von den vielen Eindrücken, dass sie „keine Reaktion“ (aus Sicht der BesitzerInnen, also kein Bellen, Knurren, in die Leine springen, Zähne zeigen, Schnappen,…) zeigen und vermeintlich „sooo brav“ sind.

Das ist jedoch nur die Ruhe vor dem Sturm. Sind Umstellung und erster Schock mal verarbeitet, machen viele Hunde die Erfahrung, dass sie sich selbst durch Aggressionsverhalten Erleichterung verschaffen können:
Denn die Funktion von Aggressionsverhalten ist eine Distanzvergrößerung zum Auslöser: Fremde Menschen weichen aus, andere Hunde ziehen sich zurück oder werden an der Leine schnell weggezogen, wenn sich der eigene Hund knurrend in die Leine wirft.
Aber auch in Situationen, in denen Menschen, Hunde, Autos … (oder worauf auch immer der Hund reaktiv reagiert) sowieso vorbeigehen, wie beispielsweise am Gartenzaun, wird der funktionale Verstärker bedient: die auslösenden Reize verschwinden, wenn der Hund sich aufregt.
Zu allem Unglück reagieren die meisten BesitzerInnen – verständlicherweise – intuitiv falsch; sie werden hektisch, ziehen an der Leine, schimpfen, … und alles wird immer schlimmer. Der öffentlich soziale Druck ist groß, wer möchte schon einen „aggressiven und gefährlichen“ Hund haben bzw. von Fremden darauf aufmerksam gemacht werden???

Das Training von reaktiven Hunden kommt völlig ohne Leinenruck, Geschrei, Alpha-Würfe oder sonstige (Nieren-)Sticheleien (jaaa… ich meine Cesar Millan’s Kicks!) aus. Die Hunde sollen schließlich lernen, mit den Angstauslösern gut leben zu können und Vertrauen in ihre Menschen gewinnen. Problematisches Verhalten durch Strafe kaschieren bzw. unterdrücken sieht nur im ersten Moment (für Laien) „gut“ aus, der Hund fühlt sich noch immer völlig überfordert (durch die Bestrafung noch schlimmer) und traut sich nur nicht mehr, seine Gefühle zu zeigen.

Durch positive Verstärkung (Clicker- bzw. Markertraining), Stressreduktionsmaßnahmen und Management hat der Malinois-Mischling Apollo gelernt, dass er nicht mehr *Alles* anschreien, anbellen oder anspringen muss, das sich im Freien bewegt. Inzwischen sind wir schon so weit im Training, dass ein „normaler“ Trainingsspaziergang „wenig hergibt“ und wir bereits Cafe-Besuche machen können mit einem entspannten Apollo.

Im Bauhaus ist alles unaufregend…

Zwischendurch mal Belohnen für den braven Bub!

Während Frauerl auf der einen Seite sucht, hat Apollo was Interessantes in der Nase…

Beißkorbtraining musss auch sein… 🙂 Aber alles positiv!

Cafe-Haus-Liegen ist laaangweilig…

Zum Glück ist Apollo kamerageil und freut sich, ein so großer Star zu sein.

Wenns mal wieder länger dauert… 

Frauchen ist doch die Beste!!!

Die Golden Retriever-Hündin Fee ist noch am Anfang des Trainings. Sie lebte lange Jahre am Land und ist erst seit ein paar Monaten in der Großstadt Wien. Vorbeigehende Hunde und vor allem Menschen springt sie mit enormer Kraft an und regt sich sehr auf. Ja, genau, es hängt eben nicht von der Rasse ab, ob ein Hund unerwünschtes Aggressionsverhalten zeigt.
Auch Fee hat inzwischen schon große Fortschritte gemacht, sie lernt, den Entscheidungen ihres Frauchens zu vertrauen und die Umwelt nicht mehr so furchtbar zu finden. Und ihr Frauchen weiß endlich, wie sie Fee am Besten unterstützen und helfen kann. 🙂

Fee lernt, sich an ihrem Frauchen zu orientieren…

… anstatt alles selbst in die Pfote zu nehmen.

„Ich sehe fremde Menschen!“

„Mami sagt, das ist OK…“

Fee und ihre Menschin machen angenehme Erfahrungen.

Trainieren statt dominieren!!!

Die Hundebox sinnvoll und hundegerecht verwenden

 ich hab ja ein „dynamisches trio“… 🙂

eine, die herdi-mäßig territorial reaktiv handelt,
einen, der schon schwer gebissen hat (aus tierheim, dort „abgerichtet“ und fast getötet worden) und „kein blatt vor den mund nimmt“,
und einen, der zwar grundsätzlich alles liebt, was lebt, aber mit seinem fröhlichen gewusle eher mehr aufregung reinbringt als gelassenheit fördert.

daher ist naturgemäß besuch empfangen kein zuckerschlecken… oder doch? 🙂

ich habe mich dagegen entschieden, hannes bei besuch den beißkorb anzuziehen. obwohl der beißkorb immer was positives ankündigt (spaziergang, futter,…) und er auch zu sabbern beginnt, sobald er den beißkorb sieht (pavlov sei dank :-)), hasst er ihn noch immer abgrundtief.

ein ordentliches boxentraining war mir – und hannes – bedeutend sympathischer.

also lernten die hunde auf signal „rein“ in die box (hannes) bzw. in ihren korb (baghira und nemo) zu gehen. dort gibts dann immer was leckeres zum kauen.

als auf mein „rein“ die hunde freudigst auf ihre plätze gelaufen sind – das checken die supertopcheckerdoggers gaaanz schnell – , hab ich begonnen, das auch beim (besser vor :-)) empfang von besucherInnen einzuführen.

mit großem erfolg:
wenn die menschen meine wohnung betreten sind die hunde noch glücklichst damit beschäftigt, ihr kauli zu zerteilen und zu essen. das nimmt die aufregung (kauen beruhigt wie daumenlutschen) und macht alles zu einem angenehmen ereignis (pavlov is always on your shoulder ;-)).

bei bekannten (und geliebten) menschen ist danach sowieso alles paletti und die box von hannes wird geöffnet, baghira und nemo freuen sich.

bei bekannten, aber nicht so „bevorzugten“, menschen kann hannes an einer kurzen schleppleine (zur sicherheit) aus der box, alle hunde bekommen für besuch anschauen kekse. auch das führt innerhalb kürzester zeit – wenn nicht sofort – zu relaxten hunden.

bei unbekannten menschen bleibt hannes zuerst noch in der box und alle 3 bekommen für blick zu besucherInnen click & leckerli. da ists dann schnell vorbei mit der aufregung (die ohnehin von mal zu mal weniger wird) und hänschen kann wieder an der schleppleine raus.

[ganz allgemein instruiere ich besuchspersonen natürlich im vorhinein, belohne wünschenswertes verhalten der hunde und manage, wenns notwendig sein sollte!]

die box ist immer offen… hannes legt sich oft einfach so hinein. für ihn bedeutet die box, dass etwas angenehmes bis entspannendes passiert. niemals wird er bestraft durch „einsperren“ – was er sich ohnehin nicht lange gefallen lassen würde, genau das eingesperrt werden war im tierheim das größte problem mit ihm.

auch nemo findet die box sehr einladend, und macht schon mal ein nickerchen drinnen. kein problem für hannes, er schläft inzwischen auf der couch. 🙂

Hannes lebt… seit einem Jahr bei uns!

Rottweiler-Mischling Hannes lebt.

Da er erst ca. 4 Jahre alt und „pumperlgsund“ ist, sollte das eigentlich nicht verwundern…

Dennoch ist es so, dass Hänschen seit 7.1.2011 eigentlich schon tot wäre. Er ist also ein Untoter sozusagen.

Wie das???

Er ist einer der drei Hunde, die ich um den Jahreswechsel 2010/2011 vor der ungerechtfertigten Euthanasie (was für ein widerliches Wort in dem Zusammenhang) retten konnte.

Alle haben unterschiedliche Geschichten, aber eine Gemeinsamkeit: sie wurden schlecht behandelt, ihre Zeichen wurden nicht verstanden und galten als gefährlich.

Hier ist die Geschichte von Spider, der nach wie vor eine neue Familie sucht, er hätte es sich so verdient:

Susi, die Dritte im Bunde, wartet auch noch sehnsüchtig:

Aber kommen wir wieder zurück zu Hänschen klein, ehemals Blacky. Er wurde durch Gehorsamsfanatiker der alten Schule verhaut, im wahrsten Sinne.

Sprüche (und deren Umsetzung) wie „Dem muss man mal zeigen, wer der Herr ist“, „Der ist dominant und gehört untergeordnet“, „Der muss parieren“, … haben ihn nicht zu einem folgsamen und schon gar nicht zu seinem sozial sicheren Hund gemacht:

In einem österreichischen Tierheim wurde ihm das Fürchten vor Menschen gelehrt…

Was leider bei so vielen Hunden funktioniert (Stichwort „erlernte Hilflosigkeit“), klappt bei einigen Wenigen nicht – Hannes ist einer von ihnen. Und ich bin „stolz“ auf ihn, dass er sich nicht alles hat gefallen lassen, sondern gelernt hat, sich zur Wehr zu setzen, auch wenn es ihm fast das Leben gekostet hätte (und ich auch im Alltag sehr auf ihn aufpassen muss).

Hier seine Geschichte und grundlegende Informationen über hundliches Lernverhalten zum Nachlesen in vergangenen Posts:

Gestern vor genau einem Jahr ist er in unsere WG eingezogen;

zu Baghira, Nemo, Leila, Linus (der uns leider am 20.1.2013 aufgrund eines Tumors im hohen Alter verlassen hat ;-( –> Linus, wir vermissen dich unendlich!) und mir.

Es war und ist eine Herausforderung, mit 3 (mitunter „schwierigen“) Hunden zusammenzuleben und für sie alleine verantwortlich zu sein, aber ich möchte keinen Tag missen.

Danke, Baghira, Nemo und Hänschen, dass ich so viel von euch lernen darf!