Alltagskompetenzen trainieren mit Hunden (aus dem Tierschutz) – Seminar für TrainerInnen

Einige Hunde bringen ein ganzes Paket an unerwünschtem Verhalten mit sich, insbesondere Hunde aus dem Tierschutz. Entweder, weil sie durch zu wenige oder schlechte Erfahrungen in Situationen des Alltags überfordert sind, oder weil sich der selbst „erzogene“ (Zucht-)Welpe mehr und mehr problematisches bis gefährliches Verhalten angewöhnt hat.

Zu den Problematiken zählen vor allem Aggressionsverhalten, Angst und Panik, und/oder fehlgeleitetes Beutefangverhalten (Jagdverhalten), was sowohl für Hund, HalterIn und Umwelt sehr gefährlich werden kann.

 

Im Training dieser Hunde geht es unter anderem darum, alternative, sichere und positive Bewältigungsstrategien zu festigen – für Hund und HalterIn.

Dieses Praxis-Seminar bietet für (angehende) HundetrainerInnen die Möglichkeit, unter fachkundiger Aufsicht Trainingspläne zu erstellen, „Problemhunde“ und deren Menschen zu trainieren und – abgestimmt auf die jeweiligen Umstände – alltagstauglich zu machen.

 

Dies ist umso wichtiger, da die Herausforderungen für Hund und Mensch besonders im städtischen Bereich mehr und mehr zunehmen und vor allem weil es immer mehr Hunde (und deren Menschen) gibt, die aus unterschiedlichen Gründen im Alltag schlecht oder nicht zurechtkommen.

 

 

Zielgruppe:

  • TrainerInnen nach der Grundausbildung
  • TrainerInnen, die Praxis speziell im Training von unerwünschtem Verhalten sammeln wollen
  • TrainerInnen, die sich bezüglich Hunden mit Vorgeschichte in der Praxis weiterbilden möchten

 

 

Ablauf:

  • Samstag:
    Vormittag: Theorie (Lernverhalten, Aggressionsverhalten, Beutefangverhalten, Trainingsgrundlagen, typische Problemsituationen)
    Nachmittag: Trainingspläne erstellen (Mensch-Hund-Teams aus dem KundInnen-Kreis von Mag. Ursula Aigner, Canis sapiens)
  • Sonntag:
    Vormittag: Trainingspraxis (Anleitung der Mensch-Hund-Teams unter Aufsicht von Mag. Ursula Aigner)
    Nachmittag: Videoanalyse Trainingspraxis (Was war gut? Was geht besser? Wie geht’s weiter?)

 

Zeitrahmen und Datum:

3. – 4. März 2018 oder 26. – 27. Mai 2018 oder 15. – 16. September 2018

Samstag: 09:00-17:00 (inkl. Pausen)
Sonntag: 08:00-12:00 und 14:00-18:00

 

Ort:
Theorie – FUN-Bildungszentrum, 1220 Wien, Donaufelder Straße 252 / Top 2
Praxis – Vösendorf, Wr. Neudorf

 

Anzahl der TeilnehmerInnen aufgrund der intensiven Praxis begrenzt auf 8 Personen.

 

Kosten: 300 Euro (inkl. Kaffee, Tee, Snacks)

 

Anmeldung und Fragen unter info(ät)canis-sapiens.at

Dieses Seminar erfolgt in Kooperation mit tierschutzhund.info.

Das Seminar wird als Fortbildung für Tierschutzqualifizierte HundetrainerInnen anerkannt.

 

Die Teilnahme an diesem Seminar ist ausschließlich OHNE eigenem Hund möglich!

Der „Problemhund“ im Alltag – Seminar

Wege aus der Krise

Dein Hund reagiert sehr aufgeregt und bellt oder springt sogar knurrend in die Leine, wenn er fremde Hunde (oder andere Auslöser) sieht? Oder er steht generell „unter Strom“ und sucht die Umgebung nach „Feinden“ ab? Vielleicht zeigt er aber auch große Angst in manchen Situationen, lässt sich nicht beruhigen und ist nicht ansprechbar?
In diesem Seminar werden Ursachen und Auslöser erklärt – nur wer das Verhalten seines Hundes versteht, kann auch adäquat darauf eingehen.
Im weiteren werden mögliche Bewältigungsstrategien, Trainingsansätze und vor allem Lösungen für schwierige Alltagssituationen („Notfallpläne“) vorgestellt.
Die Theorie wird anhand von Videos veranschaulicht.

Inhalte:

„Problemhund“ – Warum?
Lerntheoretische und verhaltensbiologische Grundlagen
Markertraining / Clickertraining
Bewältigungsstrategien
Verschiedene Trainingsansätze…
… sinnvoll im Alltag anwenden

5 stündiges Seminar, 75 Euro.

Informationen über Termine auf Facebook Canis sapiens – gewaltfreies Hundetraining

Das Theorie-Seminar wird als Fortbildung für tierschutzqualifizierte HundetrainerInnen anerkannt.

MedTrain: Bittere Medizin nehmen

Die etwa 7jährige Alice wohnt seit mehreren Jahren bei ihrer Besitzerin, nachdem sie wohl einige unschöne Erfahrungen durchmachen musste (ganz kurz abgeschnittene Ohren). Alice ist eine sehr ängstliche Hündin, die auch einiges an körperlichen „Wehwehchen“ mitbringt: Allergien, Schilddrüsenunterfunktion, mehrmals Mastzelltumore, …
Dinge, die an ihren Körper kommen, werden von ihr argwöhnisch beäugt: Brustgeschirr oder Mantel anziehen muss sehr sorgfältig und vorausschauend trainiert werden, damit Alice nicht unter der Bank verschwindet. Für Alice war es auch kein Problem, sich wirklich lange Zeit nicht zu lösen.
Alice muss nun leider bittere Medizin nehmen, die nicht gemeinsam mit Futter gegeben werden soll. Verstecken in Leberstreichwurst oder ähnlichem ist also nicht möglich. Vor dem gezielten Medical Training war es eine tägliche Prozedur, der Hündin mittels Einmalspritze die Flüssigkeit zwangseinzuflößen. Alice versteckte sich schon bei den Vorbereitungen unter der Bank und wurde immer unkooperativer.

 

Durch positiv aufgebautes Medizinisches Training mit Hilfe eines Clickers oder Markers konnten wir diese unangenehme Zwangssituation, die auch gefährlich werden könnte (Angstaggression), in ein geliebtes tägliches Spiel-Ritual verwandeln.

 

1. Alice lernte, mit Nase/Mund die Pipette zu berühren –> Click und Belohnung
2. Alice lernte, den Mund an der Pipette zu öffnen –> Click und Belohnung
3. Alice lernte, an der Pipette zu lecken, wenn Mensch etwas Flüssigkeit (verdünnter Fleischsaft) herausdrückte –> Click und Belohnung
4. Alice lernte, an der Pipette zu lecken, wenn Mensch Wasser herausdrückte –> Click und Belohnung
5. In weiterer Folge wurde der Inhalt der Pipette immer wieder zwischen Wasser und Fleischsaft verändert, das Ziel war, Alice daran zu gewöhnen, dass nicht immer der Fleischsaft kommt, aber bestimmt die Belohnung danach.
6. Bittere Medizin in tägliches Ritual integrieren.

 

 

Innerhalb kürzester Zeit hatte Alice gelernt, freiwillig, gerne und selbstständig den Inhalt der Pipette abzulecken und zu schlucken, selbst wenn es die bittere Medizin war – ohne Zwangsmaßnahmen wie den Hund unter der Bank hervorziehen und Flüssigkeit einflößen zu müssen.

 

Es gibt viele Hunde, die sich derartige Maßnahmen besser gefallen lassen als Alice. Also die sich nicht sofort verstecken und der Situation entfliehen wollen. Auch für solche Hunde – „der lässt sich das ohnehin gefallen“ – zahlt sich der vergleichsweise geringe Aufwand eines Medical Trainings aus, um mehr Miteinander und weniger Gegeneinander im Alltag zu leben.

 

 

 

„Alles ist möglich“ – Zähne putzen mittels Kooperation statt Zwang:

Demnächst wird das Angebot an Kleingruppentrainings erweitert – MedTrain steht in den Startlöchern! 🙂